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Aktuelles
aus dem Lampertheimer Agenda21-Arbeitskreis
Naturschutz, Landwirtschaft, Ressourcen

- Projekte, Aktionen, Berichte -

Agenda-Arbeitskreise: Flyer bietet Überblick über einzelne Gruppen

Neue „Mit-Macher“ gesucht

Lampertheim. Die Agenda 21-Arbeitskreise haben einen Flyer herausgebracht. Er bietet einen guten Überblick über die kooperierenden Gruppen und Impulsgeber: den Arbeitskreis Naturschutz, Landwirtschaft und Ressourcen sowie den Arbeitskreis Gesellschaft und soziale Gruppen. Die zwei Themengebiete sind mit der Farbgebung grün beziehungsweise blau und den passenden Symbolen hervorgehoben worden. Der Flyer wurde in einer Auflage von 1000 Stück gedruckt und ist ab sofort erhältlich.

Abgabestellen sind im Rathausservice, im Stadthaus und in anderen öffentlichen Einrichtungen. In einem Pressegespräch stellten die Ansprechpartner den sechsseitigen Informationsträger und ihre Arbeitsbereiche sowie Projekte vor: Silke Reis vom Agendabüro, dem Fachbereich 40 der Stadt Lampertheim, und die Ansprechpartner Andrea Hartkorn vom Arbeitskreis Naturschutz sowie Werner Brall vom Arbeitskreis Bürgerbeteiligung. Auch die Kontaktdaten des Teams sind vermerkt. Denn direkte persönliche Kontakte sind den Ansprechpartnern wichtig.

Herausgeber des Flyers ist der Magistrat der Stadt Lampertheim. Die ehrenamtliche Gestaltung des Werbebotschafters oblag Grafik-Designerin Eva Größler. Die Agenda 21 besitzt auch ein Wiedererkennungszeichen: ein schwungvoll geschriebenes LA 21, das für aktive Bürgerbeteiligung steht. Auf der Vorderseite des Flyers fällt dem Betrachter sogleich ins Auge, dass die lokale Agenda 21 eine Plattform für Bürger zum Mitmachen ist.

Auf der Rückseite steht der Wunsch geschrieben: "Machen Sie mit! Wir suchen noch Lampertheimer Bürger, die Mit-Machen! Wir freuen uns auf Sie!". Ehrenamtliche könnten helfen, das Gemeinwesen zu unterstützen und die Zukunft mitzugestalten. Die Teilnahme und Teilhabe der Bürgerschaft sei gelebte Bürgerkommune, bekräftigt Brall im Pressegespräch. Das Ziel des Informationsmateriales sei, so Silke Reis, den Bekanntheitsgrad der Agenda-Arbeit zu erhöhen und dadurch neue Mitstreiter für das entwicklungs- und umweltpolitische Aktionsprogramm zu gewinnen.

Die Ansprechpartner laden zum Treffen der Gruppen ein. "Je mehr Bürger sich engagieren, umso mehr können wir bewegen", sagt Andrea Hartkorn. Nun wünschen sich die Agenda 21-Ansprechpartner, dass sich auch Fraktionsmitglieder mit an den runden Tisch setzen. Vor allem wenn aktuelle und brisante Themen auf der Tagesordnung stehen. roi

© Südhessen Morgen, Donnerstag, 10.04.2014

„Wir sind über Ergebnis der Abwägung
zu Biogasanlage entsetzt"

„Initiativgruppe gegen die agrar-industrielle Biogasanlage in Lampertheim" nimmt Stellung

TIP-Verlag, 20. Juni 2013

LAMPERTHEIM - ”Wir sind entsetzt" war die erste Reaktion der "Initiativgruppe gegen die agrar-industrielle Biogasanlage in Lampertheim" auf das Ergebnis der Abwägung der Stadt Lampertheim bezüglich der abgegeben Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange.
"Auf unsere Einwände und Stellungnahmen wurde teilweise nur lapidar und unzureichend geantwortet. Die Stadt hatte versprochen, die ökologischen Aspekte zu berücksichtigen. Dies ist nicht der Fall", waren sich Andrea Hartkorn und Dieter Melchior von der Inititativgruppe einig.

Die Bürgerinitiative, unter ihnen Vertreter der Naturschutzverbände NABU und BUND sowie Anwohner, hatten sich bisher sehr kritisch zur geplanten Biogasanlage geäußert. Hauptanliegen der Naturschützer ist dabei der Schutz der etwa 700 Meter langen Feldhecke entlang des Bahngleises. Diese bietet 22 Vogelarten Lebensraum, darunter den auf der roten Liste stehenden Feldlerche und des Rebhuhns.

Daher war die Bestürzung groß, dass die versprochene Verkehrsentlastung des Feldweges entlang des Bahngleises nicht umgesetzt wurde und "der Verkehr fast ungehindert weiter im 10-Minuten-Takt an der Feldhecke entlang geführt wird", so Karl-Heinz Barchfeld. Zwar wurde nach dem Einlenken eines Landwirtes der Weg an seinem Hof vorbei zwischen der L 3110 und der Biogasanlage als Haupteinfahrt zu dieser deklariert, "jedoch nur für landwirtschaftliche Fahrzeuge. Alle anderen Fahrzeuge müssen weiter an der Hecke vorbei, so auch die großen Transporter für Hühnertrockenkot, die Mitarbeiter der Anlage und natürlich alle landwirtschaftlichen Fahrzeuge, die aus Richtung Süden kommen", ergänzte Andrea Hartkorn.

Angesichts der Seenlandschaft der letzten Woche in der Lache aufgrund des Hochwassers und damit verbundener hoher Grundwasserstände muss aus Sicht der Initiativgruppe zudem gefragt werden, welche Auswirkungen künftige Hochwasser auf den Betrieb der Biogasanlage haben und wie hoch die Gefahr ist, dass Hühnertrockenkot in die Felder abgeschwemmt wird.

Weitere wichtige Fragen, zu denen es nur unzureichende Antworten gäbe, seien die Vermaisung, die Verschmutzung des Grundwassers oder die Möglichkeit, nun doch Bioabfall zu verarbeiten. "Dann würde sich das gesamte Konzept der Anlage ändern und wir wären die gesamte Zeit über mit falschen Vorstellungen bezüglich des Betriebs der Anlage konfrontiert gewesen. Denn welcher Lampertheimer will Produkte essen, die mit den Bioabfallgärresten, die ebenfalls auf den Feldern ausgebracht würden, gedüngt worden sind?", fragt Andrea Hartkorn.

"Man habe den Eindruck", so Dieter Melchior, "die Stadt wolle die Biogasanlage mit allen Mitteln und Möglichkeiten durchboxen." Besonders verwundert zeigte sich die Initiativgruppe darüber, dass auch viele Vorschläge und Einwendungen anderer Verbände und sogar von Behörden wie dem Regierungspräsidium Darmstadt "kurz und bündig" abgewiesen wurden. Auf viele Anregungen sei überhaupt nicht eingegangen worden. Daher sei die nächste Phase der Beteiligung besonders wichtig. Denn dann dürfen neben den Organisationen auch einzelne Bürger Stellungnahmen abgeben. "Wir hoffen, dass viele Lampertheimer dieses Angebot nutzen", fordert Andrea Hartkorn  zur regen Stellungabgabe auf.

Die Initiativgruppe selbst will sich in den kommenden Wochen noch detaillierter mit den Unterlagen beschäftigen und klären, ob sie Einspruch gegen die Feststellungen in den Planungsunterlagen erheben will - in Abstimmung zu anderen Trägern öffentlicher Belange. Zunächst gilt es aber, die entsprechenden Sitzungen des SEBA und der Stadtverordnetenversammlung abzuwarten. "Wir hoffen, dass sich der eine oder andere Stadtverordnete doch noch seiner Verantwortung gegenüber dem Natur- und Artenschutz bewusst wird und seine Meinung ändert", war die einhellige Meinung. Benjamin  Kloos

Link > Initiativgruppe gegen Biogasanlage Lampertheim

Nahrung für Bienen


06.06.2013 - LAMPERTHEIM

Von Safiye Klauß

NATURSCHUTZ Agenda-21-Arbeitskreis stellt Blühflächen vor

Von klein auf lernen wir, dass das Leben aus Geben und Nehmen besteht. Wenn nur genommen wird, entsteht ein Ungleichgewicht. Dies kann weltweit am Beispiel des Umgangs mit der Natur beobachtet werden. „Das macht sich auch direkt vor unserer eigenen Haustür bemerkbar“, erklärte Andrea Hartkorn bei der Vorstellung der Lampertheimer Blühflächen und deren Beschilderung, ein Projekt des Agenda-21-Arbeitskreises Naturschutz, Landwirtschaft und Ressourcen, am Mittwochmorgen.

Der Mensch nimmt großen Einfluss auf die Natur, damit verbunden sind oftmals negative Folgen. Durch ausgeräumte Landschaften werden Insekten und anderen Tierarten die Lebensräume genommen, der Einsatz von Pestiziden beschleunigt das Aussterben vieler Arten. „Unsere heimischen Insekten, darunter viele Schmetterlingsarten, sind gefährdet. Denn 80 Prozent der hiesigen Falter sind mittlerweile vom Aussterben bedroht“, teilte Silke Reis mit.


An insgesamt 5 Standorten wurden mit Unterstützung der Technischen Betriebsdienste der Stadt Lampertheim die Pflöcke für die Schilder in den Boden eingebracht.


Das wohl bekannteste Beispiel ist das Bienensterben. „Das habe ich mir persönlich sehr zu Herzen genommen und war für mich ausschlaggebend für das Projekt Blühflächen“, so Andrea Hartkorn, Sprecherin des Agenda-Arbeitskreises. Fehlen die entsprechenden Pflanzen und deren Blüten, mangelt es den Insekten an Nektar- und Futterquellen. Als Konsequenz besteht dadurch ein Mangel an Futter für verschiedene Vogelarten und andere Insektenfresser – das Funktionieren der natürlichen Nahrungskette ist damit nicht gegeben.

Ein Versuch, das Gleichgewicht wiederherzustellen, unternimmt der Agenda-21-Arbeitskreis mit seinen Projekt für Blühflächen in Lampertheim und lebt damit das Motto „Geben und Nehmen“. Die Blühflächen wurden in Kooperation mit den Technischen Betriebsdiensten der Stadt Lampertheim in Angriff genommen. Bereits im Jahr 2011 wurde der Grundstein durch die Bestellung des Saatguts für Wildblumenwiesen gelegt. Dieses umfasst verschiedene Kräuterarten, Kornblumen, Klatschmohn, Kamille, Wiesensalbei sowie zahlreiche weitere Pflanzen. Wie Alfred Laut, stellvertretender Sprecher des Arbeitskreises, erläuterte, wurde schon im vorigen Jahr das Saatgut ausgelegt. Über den Winter ruhten die Felder, im Februar wurden sie von den Technischen Betriebsdiensten mit Mulch bedeckt.


In einer ausgeräumten "Folienlandschaft" sind Blühflächen für Insekten selten geworden.


Um 10 Uhr am Mittwochmorgen besuchte die Agendagruppe eine von sechs Blühflächen auf Lampertheimer Gemarkung, zwei davon befinden sich in der Bonaue, vier in den Böllenruthen. Die gesamte Fläche der Felder, die momentan zur Verfügung stehen, beträgt rund ein Hektar. „Eigentlich sollten die Felder jetzt in voller Blüte stehen, die lange Kälte hat das aber über mehrere Wochen verhindert“, so Alfred Laut. Und nach der Kälte kam die Flut. Das Hochwasser macht dem Projekt zusätzlich zu schaffen, die Felder in der Bonaue stünden unter Wasser. Dramatische Folgen habe das aber für die Tierwelt: „Mit sieben Hochwasserschüben haben wir ein Extremjahr. Viele Frischlinge und Kitze haben es nicht geschafft“, so Laut.

Recht zuversichtlich zeigten sich die Verantwortlichen jedoch bezüglich des Überlebens der Blühflächen. Die Saatgutmischungen mussten zuvor vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz anerkannt werden. „Das soll ja auch für fünf Jahre halten“, erklärte Alfred Laut. Auf den Fahnen des Projekts hat sich der Agenda-Arbeitskreis damit die Schlagwörter „Nachhaltigkeit“ und „Artenvielfalt“ geschrieben. Neben einem Ort zur Nahrungsaufnahme stellen die Blühflächen zusätzlich Schutz für Kleinsäuger, Bodenbrüter sowie Rehwild dar. Aus diesem Grund wurden am Mittwoch an allen Flächen Schilder installiert, die auf das Projekt hinweisen, darauf aufmerksam machen und dazu anhalten, Rücksicht zu nehmen.

Das gemeinsam besuchte, rund 3 000 Quadratmeter große Feld in der Bonaue wurde vom Lampertheimer Hermann Schmidt, der auch Mitglied des Arbeitskreises ist, zur Verfügung gestellt, die fünf anderen gehören der Stadt Lampertheim. „Wir sind froh über die Unterstützung. Gemeinsam mit schwerem Gerät und Hermann Schmidt habe ich das Feld eingesät – ehrenamtlich“, erklärte Laut. Weitere Bauern hätten nun ebenfalls ihre Bereitschaft angezeigt, stillgelegte Felder bereitzustellen. Die Saatmischung liefere immer die Agendagruppe. „Die Initialzündung kam von uns“, so Alfred Laut. Weitere, die nicht nur nehmen wollen, sondern auch geben, sollten von der grundlegenden Idee des Projekts Blühflächen zum Naturschutz angesteckt werden.

Initiativgruppe gegen geplante
agar-industrielle 'Bio'gasanlage

Es hat sich mittlerweile eine eigenständige Initiativgruppe aus der Agenda21-Bewegung gegen die geplante Anlage gebildet. Wir sahen darin die Möglichkeit, unabhängiger zu agieren.

Vor allem folgende Gründe bewegten uns zu dieser Notwendigkeit:

Die Kommunalpolitiker stehen auf der Seite Einzelner, die nur auf Profit aus sind, und nicht mehr auf der Seite ihrer Wähler.

Als Ergebnis daraus fallen Standortentscheidungen, die nicht sachgerecht die Interessen aller Beteiligten abwägen und so negative Folgen für mindestens 20 Jahre produzieren.

Deshalb entstehen überall im Land Bürgerinitiativen gegen agrar-industrielle Methangasanlagen. Sie sind ein Indiz für fehlerhafte Entscheidungen gegen die Interessen der Bürgerinnen und Bürger.

Wer sich weiter informieren möchte, der besuche unsere Initiativgruppe auf der Webseite > Initiativgruppe Lampertheim


Besuchen Sie auch > Initiativen mit Weitblick

Gegen geplantes Vorhaben wehren

Initiativgruppe kritisiert Bau einer Biogasanlage in der Lache /
Passanten stark an Thema interessiert

LAMPERTHEIM – Die Energieversorgung in Deutschland wird in den kommenden Jahren mit dem Ausbau der erneuerbaren Energiequellen umstrukturiert. Neben der Windenergie und der Photovoltaik wird auch der Ausbau der Biomassenutzung in Betracht gezogen. Doch "die daraus erzeugte Energie hat mit den so genannten "Erneuerbaren Energien" nichts zu tun", so die Meinung der Initiativgruppe Biogasanlage Lampertheim, die sich dabei unter anderem auf das Ergebnis einer Studie der "Leopoldina", der nationalen Akademie der Wissenschaft, beruft. Danach sei es der falsche Weg, auf Biomasse zu setzen. Somit sei auch der geplante Bau einer agrarindustriellen Anlage in Richtung Lampertheim-Rosengarten alles andere als umweltbewusst.

Aus diesem Grund hat sich die Initiativgruppe zusammengefunden und nutzt die Agenda 21 der Stadt als Plattform. "An besagter Stelle befindet sich ein kleines Wäldchen und Hecken, die einst von Schülern gepflanzt wurden", erklärt Andrea Hartkorn von der Initiativgruppe und Vorsitzende des Naturschutzbundes in Lampertheim, die zusammen mit Alexander Morawetz, Eva Größler und Dieter Melchior am Samstag für Fragen und Auskünfte bereitstanden. "Viele einheimische Tiere nutzen diese als Ruhe- und Brutstätte." Doch mit dem Bau der Anlage wäre es aber mit der Ruhe vorbei. Der geplante Transportweg führe direkt daran vorbei und durch den Lärm und die Erschütterungen würden die Tiere vertrieben, erläutert Hartkorn. "Die Stadt hat zwar ein offenes Ohr für uns und setzt sich auch ein”, ergänzt Hartkorn, dass ein naturfachliches Gutachten erstellt werden soll. Die Initiativgruppe befürchtet jedoch, dass dieses Gutachten nur die direkten Schäden in Betracht zieht, letztlich seine Zustimmung zum Bau der Biogasanlage erteilen wird.

"Die Lampertheimer Bürger haben nichts davon. Sie bezahlen nur", meint Alexander Morawetz. Durch die Anlage gelangen Stäube und Gase in die Luft, die oft durch die Nutzung von Hühnertrockenkot als Substrat Antibiotika enthalten können. Die Landschaft werde "vermaist", was bedeutet, dass durch die Monokultur bedingt durch den Anbau von Mais die Fruchtbarkeit des Bodens beeinträchtigt werde, was im Zusammenspiel mit der Verdichtung durch den Einstatz schwerer Maschinen zu Erusionen führe.

12.09.12/TIP/Manuel Ding




Energie: Gegner stehen heute mit Infostand auf dem Schillerplatz/Projektleiter wirft Initiativgruppe vor, die Öffentlichkeit „vorsätzlich falsch“ zu informieren

Geplante Biogas-Anlage erhitzt
weiter die Gemüter

Von unserem Redaktionsmitglied Anne-Kathrin Jeschke

Lampertheim. Die Kritiker der geplanten Biogasanlage in der Lache, die sich in einer Initiativgruppe zusammengeschlossen haben, wollen heute die Bevölkerung über ihre Vorbehalte informieren. Dazu werden sie ab 9.30 Uhr an einem Stand auf dem Schillerplatz über die möglichen Folgen der Inbetriebnahme und die Auswirkungen der Anlage auf Landschaft und Umwelt hinweisen - mit einem Flyer und im Gespräch.

Im Vorfeld meldet sich auch noch einmal Olaf Brandes, Projektentwickler der Firma EnviTec Biogas, zu Wort. Er kritisiert, dass die Gegner der Biogas-Anlage um Andrea Hartkorn "die Öffentlichkeit vorsätzlich falsch" informierten. Das nennt Hartkorn, Vorsitzende der Lampertheimer Nabu-Gruppe, "Kokolores". Sie erklärt: "Wir stützen uns auf Fakten." Unter anderem bringt sie eine Studie der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina in Halle (Saale) zum Thema Biogas ins Gespräch. "Außerdem", sagt Hartkorn, "kennen wir die Probleme hier vor Ort".

Weg weiterhin Streitthema

In dem Konflikt zwischen dem Investor und den Lampertheimer Naturschützern geht es unter anderem um die geplante Erschließung der Anlage (wir berichteten). Hartkorn geht dabei von einer jährlichen Mehrtransportstrecke von 17 000 Kilometern aus. Laut Brandes ist diese Rechnung falsch. "Da die Lieferfahrzeuge unterschiedliche Anfahrtsrouten nutzen."

Den Feldweg, die kürzeste Strecke, gegen deren Ausbau sich ein benachbarter Landwirt vehement zur Wehr setzt, könnten größere Lastwagen nicht fahren, betont Hartkorn. Sie ist froh, dass sich auch die Verwaltung und viele Parlamentarier gegen die aktuellen Erschließungspläne aussprechen. Für sie ist eins klar: "Wenn die Strecke so bleibt, gehen wir auf die Barrikaden."

Auch die Ökobilanz der Biogas-Anlage ist Streitthema. Während sich die Naturschützer wünschen, dass die Kohlendioxid (CO2)-Emission bei erneuerbaren Energien "gegen Null geht", und kritisieren, dass bei den meisten Anlagen dieser Art Treibhausgase "in großen Mengen" entstünden, sprechen die Investoren davon, dass zwar Emissionen anfielen, die Ökobilanz aber sehr positiv sei: Die für Lampertheim geplante Anlage verfolge ein Konzept, bei dem nur wenig CO2 freigesetzt werde.

Die Anlagen-Kritiker befürchten außerdem, dass in Zukunft keine Vögel mehr am Bahndamm brüten. Diese Behauptung, so Brandes, entbehre jeder Grundlage. Der Umweltbericht, den der Investor in Auftrag gegeben hat, habe ergeben, dass das Feldgehölz erhalten bleibe. Der Eingriff habe keine artenschutzrechtlichen Konsequenzen. Hartkorn ist keineswegs einverstanden mit diesem Ergebnis: "Wenn die Lastwagen da vorbeirappeln, kann ich mir nicht vorstellen, dass noch ein Ei im Nest liegenbleibt", sagt sie überspitzt. Hier werde man das Gespräch mit der Naturschutzbehörde suchen, versichert sie. Die Untersuchung, die der Investor vorgelegt hat, müsse hinterfragt werden.

Ethische Aspekte im Blick

Die Gruppe um Hartkorn hat in den Diskussionen der vergangenen Monate mehrfach betont, dass sie nicht generell gegen Biogas sei, aber gegen industrielle Großanlagen.

Die genannten Themengebiete sind längst nicht alle, über die Gegner und Befürworter teilweise völlig unterschiedlicher Meinung sind. In ihrem Flyer kritisieren die Mitglieder der Initiativgruppe auch die ihrer Meinung nach "ökologisch fragwürdigen Bedingungen", unter denen die Substrate erzeugt würden. Ethische Aspekte stehen bei ihren Treffen ebenfalls auf der Tagesordnung, so sprechen sie im Zusammenhang mit Biogas von "subventionierter Verbrennung von nachwachsenden Rohstoffen als große Lebensmittelvernichtung". Während die Gegner Angst vor Vermaisung haben, betont der Investor, dass es in Lampertheim keine Monokultur Mais geben werde. Die Liste an Streitpunkten bei dem sensiblen Thema scheint schier unendlich.

© Südhessen Morgen, Samstag, 08.09.2012

Streckenführung „Unsinn“

07.09.2012 - LAMPERTHEIM

Von Oliver Lohmann

ENERGIEPROJEKT Initiativgruppe will über Biogasanlage aufklären / Investor ist entspannt

Gegen die geplante Biogasanlage nördlich des Industriegebiets Wormser Landstraße regt sich Widerstand. Eine „Initiativgruppe ,Bio’gasanlage“ stellt am Samstag, 8. September, einen Infostand auf: auf dem Schillerplatz von 9.30 bis gegen 12 Uhr. Hauptkritikpunkte: die vorgesehene Streckenführung für die anliefernden Fahrzeuge und die negative Ökobilanz.

„Wir sind keine Bürgerinitiative. Vielmehr hat sich eine Gruppe aus dem Lokale-Agenda-Arbeitskreis herauskristallisiert, die sich mit dem Thema beschäftigt“, erläutert Andrea Hartkorn, eine der Aktiven der Initiativgruppe. Einer der Kritikpunkte ist die geplante Streckenführung zur Biogasanlage, die am Bahndamm entlangführen soll. „Aufs Jahr hochgerechnet sind das 17 000 Kilometer Mehr-Weg für die anliefernden Fahrzeuge im Vergleich zur direkten Anbindung von der L 3110 her. Das ist ökologischer und ökonomischer Unsinn“, sagt Hartkorn dazu. In dem Punkt hat die Gruppe aber auch die Politik und die Verwaltung hinter sich. Bürgermeister Erich Maier versprach im Stadtentwicklungs-, Energie- und Bauausschuss, es werde nach Lösungen gesucht. Grund der langen Wegeführung ist die kritische Haltung eines Landwirts an der L 3110.

„Am Bahndamm leben 22 Vogelarten, 20 brüten dort. Wenn dort 40-Tonner fahren, brüten wegen des Lärms keine Vögel mehr. Die Artenvielfalt ist bedroht“, urteilt Hartkorn. Sie betont, man sei nicht generell gegen Biogasanlagen. Diese seien sinnvoll auf landwirtschaftlichen Höfen, wo die dort entstandene Gülle oder Reststoffe energetisch genutzt werden. „Aber hier ist eine industrielle Anlage geplant, die nachwachsende Rohstoffe verwendet“, erläutert Hartkorn. Und das sei mit zahlreichen negativen Begleiterscheinungen verbunden. Monokulturen (Mais) führten zu geringer Bodenfruchtbarkeit und nähmen der Lebensmittelproduktion Fläche weg - mit der Konsequenz steigender Preise für die Ernährung. Außerdem würden für die Produktion nachwachsender Rohstoffe nicht wenig Kunstdünger und Pestizide eingesetzt. „Die Ökobilanz der meisten Anlagen ist katastrophal, weil Treibhausgase entstehen. Die Anlagen dürfen kein Bio-Siegel verwenden. Nicht selten gibt es auch Störfälle“, sagt Hartkorn. Kritisierenswert sei darüber hinaus die Verwendung von Hühnertrockenkot, der aus Tierfabriken stamme. Windkraft und Fotovoltaik sieht Andrea Hartkorn als sinnvollere Formen zur Energieerzeugung an. Zwar gebe es auch bei der Windkraft Probleme, doch die seien lösbar.

Die Lampertheimer Kommunalpolitik steht dem Projekt Biogasanlage im Norden der Stadt prinzipiell positiv gegenüber. Hartkorn betont, die Initiativgruppe wolle für Transparenz sorgen, Bürgerbeteiligung sei wichtig. Mindestforderung der Initiativgruppe sei die direkte Andienung der Anlage von der L 3110.

Olaf Brandes, Projektleiter von EnviTec, sieht die Diskussion um die Wegeführung entspannt. Für den Bebauungsplan sei eine formalrechtliche Erschließung nötig. Welchen Weg die anliefernden Fahrzeuge letztlich nehmen, sei offen. Es gebe verschiedene Wege zur geplanten Biogasanlage, an der Bahnlinie entlang würden zumindest Fahrzeuge verkehren, die aus Richtung Bürstadt kommen. Daher gebe es sicher keine 17 000 Kilometer Mehr-Weg. Die Gefahr von Mais-Monokulturen sieht Brandes auch nicht. „Weniger als die Hälfte der pflanzlichen Substrate für die geplante Biogasanlage sind Mais, es handelt sich um nicht mal 200 Hektar“, erklärt er. Auch entstehe durch den Transport des Substrats wenig Kohlendioxid. Und Rohstoffe für Windkraft und Solarzellen müssten aus fernen Ländern beschafft werden, was auch nicht ökologisch sei. Die Biogastechnik habe zudem den Vorteil, dass die Energie speicherfähig sei. Die Diskussion in Lampertheim über das Projekt hält Brandes für „recht sachlich“, er habe das schon anders erlebt.

Wo geht‘s zur Biogasanlage?

06.09.2012 - LAMPERTHEIM

Von Oliver Lohmann

PROJEKT Politik und Verwaltung suchen Lösungen für den Weg des Anlieferverkehrs

Das Projekt Biogasanlage im Norden Lampertheims war erneut Thema im Stadtentwicklungs-, Energie- und Bauausschuss. Die Politiker befürworteten einstimmig die leicht geänderte Planung. Nur ein Punkt stieß auf Unzufriedenheit bei Verwaltung und Politik gleichermaßen: der Weg, den die anliefernden landwirtschaftlichen Fahrzeuge nehmen sollen. Vorgesehen ist, dass der Weg am Bahndamm genutzt werden soll. Ein an der L3110 wohnender Landwirt lehnt offenbar ab, dass der direkte Weg zur Biogasanlage genutzt werden kann.

Diplom-Ingenieur Hans-Erich Tannhäuser erläuterte den aktuellen Planungsstand. Unter anderem versicherte er, dass die zu erwartende Geruchsbelastung laut einem Gutachten irrelevant sei. Auch der Lärm sei nicht negativ zu bewerten: Am Tag seien maximal 40 Dezibel zu erwarten, damit werde der erlaubte Wert um 20 Dezibel unterschritten. Der nächtliche Wert von höchstens 39 Dezibel liege 6 Dezibel unter dem erlaubten.

Carmen Kunz (Grüne) und Helmut Hummel (FDP) machten klar, dass der Weg am Bahndamm die nahe Natur, insbesondere die Vögel, beeinträchtigt. Tannhäuser versicherte, es ergäben sich keine artenschutzrechtliche Konsequenzen aus dem Vorhaben. Bürgermeister Erich Maier sagte, auch der Magistrat habe dem Projekt unter der Maßgabe zugestimmt, die Wegeführung zu klären. „Ich könnte mir vorstellen, dass es Lösungen gibt“, meinte er.

Hummels Frage, ob nicht mit der Bahn angeliefert werden kann, verneinte Olaf Brandes vom Investor EnviTec, ein Umladen der Materialien sei zu teuer. Man setze auf Rohstoffe aus der Umgebung. Franz Korb (CDU) wunderte sich über die Diskussion: „Wir wissen nicht, was wir wollen. Sind wir bereit, das Projekt abzulehnen, wenn sich die Zuwegung nicht ändert?“ Für diese Aussage hatten wieder andere kein Verständnis. Maier betonte, an der grundsätzlichen positiven Einstellung zum Projekt Biogasanlage habe sich ja nichts geändert. Zugleich sagte Maier zu, das Thema Zuwegung nochmals im Ausschuss zu bringen, wenn es neue Informationen gibt.

Der Ausschuss bejahte die Änderung des Flächennutzungsplans und den Bebauungsplan Biogasanlage Lache. Das Stadtparlament muss allerdings noch zustimmen. Bereits am 17. Februar dieses Jahres war ein Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan gefasst worden, allerdings habe es einen technischen Fehler beim Protokollieren gegeben, so dass eine erneute Abstimmung nötig wurde.

Energie: Geplante Biogas-Anlage steht auf der Tagesordnung des Stadtentwicklungs-, Energie- und Bauausschusses

Hindernisse liegen im Weg

Von unserem Redaktionsmitglied Anne-Kathrin Jeschke

Lampertheim. Es ist und bleibt der Weg, den nicht alle Parlamentarier mitgehen wollen. Genau genommen: Von dem sie nicht wollen, dass ihn in Zukunft Laster um Laster befährt. Wieder einmal stand die geplante Biogas-Anlage in der Lache auf der Tagesordnung des Stadtentwicklungs-, Energie- und Bauausschusses. Nach wie vor ist die Zufahrt zur Anlage Streitpunkt. Die siebte Änderung des Flächennutzungsplans stand an - und wurde am Ende einstimmig beschlossen. Allerdings mit der Anmerkung: "Die Erschließungsvarianten sind zu prüfen."

Die kürzeste Strecke führt über einen Feldweg von der L 3110 direkt zur Biogasanlage auf dem Gelände des zukünftigen Betreibers Werner Hartmann. Ein benachbarter Landwirt allerdings wehrt sich vehement gegen die Erschließung. 800 Meter lang wäre diese Strecke hin zur Anlage und zurück. Der alternative Weg, von dem die Planer derzeit ausgehen, ist wesentlich länger: insgesamt 6,4 Kilometer hin und zurück. Die Strecke führt von der L 3110 über das Verkehrskreuz am Küblinger Damm und über die Lache entlang der Industriegleise - und müsste an einigen Stellen verbreitert werden, damit Anlieferer aneinander vorbei fahren können.

Mit dieser Lösung sind viele der Parlamentarier nach wie vor nicht einverstanden. Auch ökonomisch sei sie großer Unsinn, sagte Grünen-Fraktionsvorsitzender Rinkel. Franz Korb, CDU-Fraktionsmitglied, kritisierte hingegen die Diskussionsfreude rund um das Thema: Das alles erinnere ihn an den Spruch "Wasch mich, aber mach mich nicht nass". Einige sehen das allerdings ganz anders: "Wir suchen die bestmögliche Lösung, da sollte uns gestattet sein, darüber zu reden", so Helmut Hummel (FDP).

Vor der Abstimmung war den Ausschuss-Mitgliedern wichtig, dass ein Beschluss nicht automatisch bedeute, dass die jetzige Erschließung durchgehe, wenn keine Alternative zu finden sei. Bürgermeister Maier beruhigte: "Finden wir keine Alternativen zur Erschließung, muss das Thema noch einmal in den Ausschuss."

Generell stand die Planänderung noch einmal zur Diskussion, weil zuvor ein formaler Fehler im Aufstellungsbeschluss passiert war: Versehentlich sei die ursprüngliche Erschließung protokolliert worden, nicht die aktuellste Version, erklärte Bürgermeister Maier.

"Das ist die maximale Leistung"

In der Änderung geht es vor allem darum, dass die Anlage auf dem Gebiet Werner Hartmanns kleiner werden soll als zunächst geplant: "Wir haben sie von 2,4 auf 1,45 Megawatt Leistung reduziert", so Hans-Erich Tannhäuser vom zuständigen Ingenieursbüro. "Wird die Anlage jetzt definitiv kleiner?", fragte Helmut Rinkel. "Oder behält man sich vor, noch zu vergrößern?" Tannhäuser und Projektleiter Olaf Brandes versicherten unisono: "Das ist die maximale Leistung."

Tannhäuser stellte der Runde weitere Aspekte vor: Es geht um eine Gesamtfläche von 3,1 Hektar, darunter fallen zum Beispiel auch die Zufahrtsmöglichkeiten. 21 280 Quadratmeter davon seien ausgewiesen als Sondergebiet "Biogasanlage". 50 Prozent der Sondergebietsfläche dürften versiegelt werden. Möglich wäre es, Gebäude bis 15 Meter, Notfackelanlage und Schornsteine höchstens 20 Meter hoch zu bauen. Das wolle man jedoch nicht ausreizen. "Wir gehen bei der Höhe der höchsten Gebäude von elf Metern aus, ich kann mich aber noch nicht festlegen", sagte Tannhäuser.

Die Simulationsmodelle für Schall- und Geruchsgutachten haben, so Tannhäuser, ergeben, dass die Belastung für Mensch und Tier so gering sei, dass keine weiteren Untersuchungen notwendig seien. Die überarbeitete Planung habe keinerlei negative Auswirkungen auf die bestehenden Gutachten: "Geruchsbelästigung und Schall bleiben gleich oder werden geringer. Grundsätzlich ist Verbesserung absehbar", so der Ingenieur.

Ein Anliegen der Grünen sprach Carmen Kunz an: "Wenn die Anlage schon kleiner geplant wird, warum geht man dann nicht ein Stück weiter nach links, um dem kleinen Wildschutzgebiet etwas mehr Luft zu geben?" Das sei nicht möglich, sagte Tannhäuser, weil die Anlage nicht auf die Schluff- und Tonböden gebaut werden könne. Er verwies auch auf Ergebnisse der artenschutzrechtlichen Untersuchungen. 22 Vogelarten, davon 20 Brutvögel, lebten auf dem Gebiet. "Das Feldgehölz bleibt vollständig erhalten", sagte der Ingenieur. Die Gutachten gingen davon aus, dass Tieren kein Schaden zugefügt werde. Ein Defizit bleibe am direkten Bauplatz - "aber der Ausgleich erfolgt in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde".

Die genauen Ergebnisse der Untersuchungen forderten die Parlamentarier auf CD-Rom an, das Herunterladen der Dateien (ein Link war ihnen zugegangen) sei aufgrund mehrerer Systemzusammenstürze nicht möglich gewesen.

© Südhessen Morgen, Donnerstag, 06.09.2012

Wettrüsten mit Argumenten:
Bürgerinfo zur Biogasanlage im Stadthaus

Von André Heuwinkel

BIOGASANLAGE Im Stadthaus diskutieren Investor und Initiativmitglieder über das Für und Wider

Botulismus, Fruchtfolgen, Europäische Staatsschuldenkrise - beim Thema Biogasanlage kommt in Lampertheim so ziemlich alles zusammen, was nicht immer zusammengehört. Und wem bei kosmopolitischen Themen wie diesen schon schwindelig wird, der hätte am Mittwochabend der freiwilligen Bürgerinformationsveranstaltung im Sitzungssaal des Stadthauses besser fernbleiben sollen. 60 Hartgesottene - zumeist Stadtverordnete, Verwaltungsmitglieder, Bürger, Landwirte und Naturschützer stellten sich dem Wagnis und gingen das Thema „Biogasanlage“ ganz sachlich, ausgewogen und fair in Form einer Diskussion an.

Die geplante Biogasanlage an der Lache, nahe der Wormser Landstraße, hat zuletzt für mächtig Wirbel gesorgt. Stehen genügend Flächen zum Substratanbau zur Verfügung? Wie gefährlich ist Hühnertrockenkot? Droht der Stadt eine Vermaisung? Und was passiert eigentlich, wenn die Unternehmung fehlschlagen sollte? Fragen über Fragen, die manches ökologisches Gewissen quälten. Olaf Brandes, Projektleiter der niedersächsischen Firma EnviTec, stellte sich der Kritik einer Untergruppe der Lokalen Agenda 21 - Naturschutz, Landwirtschaft und Ressourcen - sowie den Fragen des Plenums. Geplant ist, bis frühestens 2014 eine funktionstüchtige und allgemein akzeptierte Biogasanlage zusammen mit Werner Hartmann, Inhaber der Agrarprodukte Hartmann GmbH & Co. KG, zu realisieren. Die Bürstädter Variante hatten einige Anwesende aus dem Plenum noch als drohendes Gegenbeispiel im Hinterkopf. Je 30 Minuten waren Brandes sowie Alexander Morawetz, dem Referenten der Initiative Biogasanlage, vergönnt, jeweils ihre Standpunkte darzulegen.

Hierbei beschränkte sich der EnviTec-Vertreter zum größten Teil auf die bekannten Fakten: 2,7 Hektar werde die in zwei Bauabschnitte unterteilte Biogasanlage maximal groß sein, 1,2 Megawatt an elektrischer Leistung erbringen und per anno 1 800 Tonnen Hühnertrockenkot als Substrat verwenden. Nicht mal ein Zehntel des Gesamtsubstrats, das überwiegend aus Ganzpflanzensilage oder Mais bestehe. Geäußerten Sorgen, Monokulturen würden in der Spargelstadt Einzug halten, erteilte Brandes eine Absage. Zum einen sei der Maisanteil gesetzlich nach oben gedeckelt (60 Prozent), zum anderen sei die Maispflanze sehr anspruchlos. Da die Pflanze ein Humuszehrer ist, müssen ohnehin Fruchtfolgen eingeführt werden. Wer hier auf den Anbau einer einzigen Pflanze setze, betreibe „Harakiri“, so Brandes. Auch die Verkehrsanbindung zum Transport der Substrate sowie der Gärreste, die während der Fermentation enstehen, sei gut gewählt, eine massive Lärmbelästigung der Umwelt nicht zu erwarten. Schließlich rede man von einer Größenordnung von 3 000 Fahrten im Jahr, die - in Relation zum Gesamtverkehrsaufkommen in der Wormser Straße oder Rosengarten - keine „exorbitante Zunahme“ bedeuteten.

Dem wollte die Initiative Biogasanlage nicht so recht Glauben schenken. Referent Morawetz zeigte einen Videoclip des NDR-Magazins „45 Minuten“, in dem vor den Folgen des exzessiven Maisanbaus gewarnt wurde. Sandverwehungen seien die Folge. „Bislang acht Tote“, verlautet die Erzählerstimme in der Videosequenz. Ob sich das Beispiel überhaupt auf süddeutsche Gefilde übertragen lässt, beantwortete der Film nicht. Hiernach ergriffen Andrea Hartkorn und Dieter Melchior, ebenfalls Mitglieder der Initiative das Wort. „Die Transportwege sind nicht optimal gewählt und das Projekt mindert die Naherholungsqualität der Region“, so die Lampertheimer NABU-Vorsitzende.

Auch Melchior hakte hier ein und bemängelte, dass durch den steigenden Transportverkehr die Artenvielfalt in der Hecke an dem Industriegleis - mit einer Fläche von einem Quadratkilometer einmalig in Lampertheim - bedroht sei. „Welcher Vogel soll denn dort bitte schön noch nisten?“, fragte er Brandes.

Auch Landwirt Christian Schmidt machte nochmals auf die Botulismus-Problematik aufmerksam. Nach aktuellem wissenschaftlichen Stand sei diese Form der Lebensmittelvergiftung allerdings äußerst unwahrscheinlich, konzidierte Brandes, und verwies darauf, dass der Hühnertrockenkot von Legehennen generiert werde. „Man kann es zwar nicht zu 100 Prozent ausschließen, aber die Fakten sprechen bislang dagegen, dass Botulismus ein Gefahrenherd ist“, sagte er weiter.

„Wer soll denn das alles bezahlen - wir haben jetzt Griechenland und Italien“, rief ein Zuschauer in den Saal und wollte damit wohl eine Kritik an der Energieförderpolitik der Bundesregierung loswerden. Bemerkenswert, jedoch wurde dem Zwischenruf keine größere Aufmerksamkeit geschenkt. In Lampertheim hängt scheinbar alles mit allem zusammen.

Letztendlich sei es eine Frage der Abwägung - wolle man die Abkehr fossiler Energieträger voranbringen oder nicht? So brachte es Peter Hensel gegen Ende der Veranstaltung auf den Punkt: „Nach Fukushima haben wir das Ziel ins Auge gefasst, langfristig 100 Prozent unseres Bedarfs aus erneuerbaren Energien zu gewinnen“, erinnerte der Sozialdemokrat. „Wie möchte denn bitte schön die Agenda 21 die Wende voranbringen, wenn sie schon gegen Biogas ist? Keine Energiegewinnungsform kommt schließlich völlig ohne negative Effekte aus.“ Andrea Hartkorn entgegnete, dass Zweifel über den Weg zur Energiewende erlaubt sein müssen. Konkrete Vorschläge jedoch waren an diesem Abend nicht zu vernehmen.

Sollte die Unternehmung Biogasanlage aus wirtschaftlichen oder anderen Gründen scheitern, trage der Investor die Kosten für den Rückbau, und nicht die Stadt. Das bestätigte Olaf Brandes abschließend. Bis August können sich Befürworter wie Skeptiker für einen neuen Disput rüsten: Dann findet eine neue Bürgerinformationsveranstaltung im Rahmen der Bürgerbeteiligung statt.

04.05.2012 / Lampertheimer Zeitung

Energie: Investor informiert Bürger über die geplante Anlage/Auch Gegner kommen zu Wort

Envitec will (Bio)Gas geben,
Initiative tritt auf die Bremse

Lampertheim. Genaue Werte wünscht er sich. Ein Konzept mit belastbaren Zahlen - auf die sich die weiteren Diskussionen stützen können. Das betont Karl-Heinz Barchfeld bei der Informationsveranstaltung, zu der der Investor der geplanten Biogasanlage am Standort Lache eingeladen hat. Denn eins wird an diesem Abend noch einmal besonders deutlich: Bislang kursieren viele Zahlen, viele Gerüchte rund um die Anlage - ihre Größe, die notwendige Substratmenge, die Zusammenstellung des Substrats.

Investor Envitec legt an diesem Abend Zahlen für den ersten Abschnitt vor. Denn die Anlage ist mittlerweile zweistufig konzipiert - mit einer Anfangsleistung von 1,2 Megawatt und der Option auf eine spätere Vergrößerung. Die Initiative, die gegen den Bau ist und zu der Barchfeld gehört, liefert andere Zahlen: Sie treffen zu, falls die Anlage vergrößert wird. Die Kritiker - eine Gruppe aus dem Agenda-21-Arbeitskreis Naturschutz, Landwirtschaft und Ressourcen - bekommen eine Plattform, um ihre Zweifel vorzutragen. Ihnen geht es dabei vor allem um die Natur: um das Wäldchen und den Heckenstreifen in der Lache, Orte, wo Vögel brüten. Die sieht die Gruppe um Nabu-Vorsitzende Andrea Hartkorn in Gefahr. Die Aussage von Envitec-Projektleiter Olaf Brandes, dass diese Flächen unberührt blieben, beruhigt sie nicht: Transportkrach und Erschütterungen vertrieben die Tiere aus ihrer Ruhezone.

Noch viele Fragen

Die Gegner haben noch viele Fragen, zum Beispiel: Wenn der Investor vom jährlichen Maisgehalt von 11.000 Tonnen im Substrat ausgeht, wie viele Hektar Anbaufläche wären davon betroffen? Brandes spricht von rund 45 Tonnen Ertrag pro Hektar. Das entspräche also einer Fläche von über 240 Hektar.

Die Naturschützer befürchten zudem, dass es zu Monokulturen kommt, zu Bodenstrapazen und steigender Nitratbelastung. Sie sprechen außerdem das Thema chronischer Botulismus an, eine Krankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird und Menschen wie Tiere befällt. Die Befürchtung: Hühnertrockenkot als Substrat könne Tierkadaver enthalten. Im Feldhäcksler könnten Tierkadaver zusammen mit dem Substrat konserviert werden. Da der Fermentationsprozess in der Biogasanlage unter Luftabschluss laufe, herrschten optimale Bedingungen für die Bakterien. Durch die Verteilung der Gärrückstände auf den Feldern könnten die Bakterien dann in der Region verbreitet werden. Olaf Brandes betont, dass der Trockenkot aus Legehennen-, nicht aus Mastbetrieben komme. Er sieht deswegen keine derartige Gefahr. Dass man das Thema Botulismus aber immer im Blick habe, räumt er ein. Er erläutert aber auch, dass Konzentrationsänderungen der Stoffe in der Anlage gerade dafür sorgten, dass Keime abstürben.

Viel diskutiertes Thema außerdem: Transport und Transportwege. Drei Strecken sind im Gespräch, die die Lastwagen, die das Substrat bringen oder die Gärreste abtransportieren, fahren könnten: Die kürzeste führt über einen Feldweg von der L3110 direkt zur Biogasanlage auf dem Gelände des zukünftigen Betreibers Werner Hartmann. Ein benachbarter Landwirt allerdings wäre nicht glücklich mit der Erschließung. Deswegen soll der Weg nur geschottert und für den landwirtschaftlichen Verkehr vorgesehen werden. 800 Meter lang wäre diese Strecke hin zur Anlage und zurück.

Ein zweiter Weg hat eine wesentlich längere Strecke (insgesamt 6,4 Kilometer hin und zurück), was die Initiative besonders kritisiert. Diese Strecke führt von der L3110 über das Verkehrskreuz am Küblinger Damm und über die Lache entlang der Industriegleise. Die Mitarbeiter des Arbeitskreises wünschen sich Vorschläge für Alternativstrecken. Ein dritter möglicher Weg führt parallel zum Feldweg über das Gewerbegebiet.

Das Thema Biogasanlage wird in Lampertheim durchaus emotional diskutiert. Befürworter der Anlage im Publikum, darunter der Grüne Dieter Strassner, betonen, dass zwar alle die schnelle Energiewende wollten, aber die Konsequenzen, die alternative Energien mit sich brächten, ablehnten. Als unfair bezeichnet Brandes, wenn die Lampertheimer ihm und seinem Unternehmen Dinge vorwürfen, die der Gesetzgeber festgelegt hat. "Wir halten uns an gesetzliche Vorgaben", betont er mehrmals.

Die geforderten konkreten Zahlen will der Investor den Lampertheimern bei einer weiteren öffentlichen Versammlung im Rahmen des Verfahrens vorlegen. Diese soll voraussichtlich im August stattfinden.

© Südhessen Morgen, Freitag, 04.05.2012 /
Von unserem Redaktionsmitglied Anne-Kathrin Jeschke

Es darf gestritten werden

27.04.2012 - LAMPERTHEIM

Von André Heuwinkel

BIOGAS Am 2. Mai tauschen sich Projektleiter und Skeptiker über die geplante Anlage im Stadthaus aus

Noch ist kein Spatenstich getan, doch schon jetzt beginnen sich die Fronten zu verhärten, die Rhetorik wird profilierter. Es geht um die geplante Biogasanlage an der Lache, nahe der Wormser Landstraße (die LZ berichtete). Nun formiert sich Widerstand.

Eine „Initiativgruppe Biogasanlage“ hat sich zusammengefunden, um für die Bürgerinformationsveranstaltung am 2. Mai im Stadthaus das Für und Wider abzuwägen und eigene Bedenken vorzutragen. Die Initiativgruppe versteht sich als Untergruppe der Lokalen Agenda 21 - Natur, Landwirtschaft und Ressourcen. Am Mittwochnachmittag haben sie im Alten Rathaus zu einem ersten Pressegespräch geladen.

Neben der Landwirtin Iris Henkelmann, die in der Nähe des Areals für die geplante Biogasanlage wohnt, waren Dieter Melchior vom BUND-Kreisverband (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) sowie die NABU-Vorsitzende Lampertheim, Andrea Hartkorn anwesend. Grundsätzlich habe die Initiativgruppe nichts gegen eine Biogasanlage. „Wenn wir die Energiewende voranbringen möchte, müssen wir auch über Ergänzungen zu Wind und Sonne nachdenken“, führte Melchior aus. „Biogas ist aufgrund seiner Speicherfähigkeit gut geeignet, die wetterbedingten Schwankungen anderer erneuerbaren Energien auszugleichen“, so der BUND-Vertreter. Allerdings halten er wie seine Kollegin Hartkorn die geplante Biogasanlage für „überdimensioniert und zentralisiert“.

Zur Erinnerung: Der Bau der Biogasanlage ist in zwei Bauabschnitte unterteilt. Im ersten Schritt kann sie eine Leistung von 1,2 Megawatt erbringen, die maximale Größe ist auf eine Fläche von 2,7 Hektar begrenzt. Dies hat Olaf Brandes, Projektleiter von EnviTec, während der Pojektvorstellung im März bestätigt. Gemeinsam mit Werner Hartmann, Inhaber der Agrarprodukte Hartmann GmbH & Co. KG, möchte das Unternehmen aus Niedersachsen das Vorhaben realisieren. Während Dieter Melchior aufgrund einer Biogasanlage die Artenvielfalt von Vögeln und Bodenbrütern gefährdet sieht, wird NABU-Vorsitzende Andrea Hartkorn in ihrer Kritik drastischer: „Den Projektplanern geht es um Profit, nicht um Nachhaltigkeit“, greift sie das Projekt an. Die geplante Anlage sei zu groß und nicht dezentral.

Investor wehrt sich gegen die Vorwürfe

Projektleiter Brandes sieht dies ganz anders und wehrt sich gegen die Vorwürfe. „Die geplante Anlage an der Lache ist schon der kleinstmögliche Typ. Durch die neue Modultechnik konnte die Größe im Vergleich zu früher deutlich verringert werden.“ In Deutschland gebe es nur zehn bis 15 Anlagen, die noch kleiner wären. Von einer „zentralisierten Großanlage“, wie Hartkorn sie monierte, könne keine Rede sein. „Wir haben an über 50 Standorten in Deutschland dezentrale Biogasanlagen, das wird auch in Lampertheim nicht anders sein.“ Schließlich, so Brandes, rede man hier nicht von Anlagen mit 1 000 oder mehr Normkubikmetern, sondern von rund einem Viertel davon.

Außerdem stammten die Rohstoffe zur Substratgewinnung überwiegend aus der Region. Auch das Argument der „abnehmenden Artenvielfalt“ aufgrund des Maisanbaus lässt Brandes nicht gelten. „Das ist ein Totschlagargument, der Anteil des Maises beim Substratgemisch zur Gewinnung von Biogas ist ohnehin begrenzt.“ Außerdem sei Hessen das einzige Bundesland im gesamten Bundesgebiet, das seine Zunahme an Grünflächen zu verzeichnen habe. „Gerade deswegen ist dieses Argument deplatziert.“

Naturschützer Hartkorn und Melchior möchten sich nicht beirren lassen und verweisen auf ein Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Darin werden besonders „agrarindustrielle Großanlagen“ sowie die Verwendung von Hühnertrockenkot zur Substratmischung kritisiert. Wer sich eine eigene Meinung zu dem zugegebenermaßen nicht immer leicht verständlichen Thema bilden möchte, kann die Info-Veranstaltung am Mittwoch, 2. Mai, im Stadthaus besuchen. Beginn ist um 18.30 Uhr. Sowohl EnviTec als auch die Initiative zur Biogasanlage haben 30 Minuten Zeit, ihre Pläne und Argumente vorzutragen, hiernach folgt eine offene Diskussionsrunde. Der Showdown kann beginnen.

Biogasanlage: Informationsveranstaltung am Mittwoch im Stadthaus

Auch Gegner präsentieren Bürgern
ihre Argumente

Lampertheim. Sie sind nicht generell gegen Biogas - das will Dieter Melchior vom Agenda-21-Arbeitskreis Naturschutz, Landwirtschaft und Ressourcen gleich zu Beginn des Pressegesprächs klarstellen. Aber sie sind gegen die Pläne der Biogas Lampertheim GmbH & Co. KG, eine Tochter der EnviTec Biogas AG und der Nibelungen Energie-Lache GmbH & Co. KG Lampertheim, die den Bau und Betrieb einer Biogasanlage am Standort Lache plant.

Und diesen Standpunkt will die Arbeitsgruppe - bestehend aus Mitgliedern des Arbeitskreises, die sich ganz konkret mit dem Thema Biogas beschäftigen - auch in der Öffentlichkeit vertreten. Der nächste Termin dafür steht fest: der kommende Mittwoch.

Denn bei der Informationsveranstaltung, bei der Projektentwickler Olaf Brandes von der Firma EnviTec den Lampertheimern sein Konzept vorstellen wird, kommen auch sie zu Wort: Jeweils 30 Minuten bleiben beiden Seiten, um ihre Argumente vorzutragen, danach ist eine Stunde Diskussion eingeplant. Es kommt zum Schlagabtausch zwischen Befürwortern und Gegnern, die Bürger im Publikum dürfen mitdiskutieren.

Angst vor Vermaisung

Es sind viele Aspekte, die Dieter Melchior als Vertreter des BUND, NABU-Vorsitzende Andrea Hartkorn und Iris Henkelmann, die sich als Vertreterin der Landwirte, die dem Projekt kritisch gegenüberstehen, versteht, vorbringen: "Wir haben ein Problem damit, wenn die Biogasanlagen eine bestimmte Größe überschreiten", sagt Melchior. Wenn, um sie zu bauen, unverhältnismäßige Eingriffe in die Natur notwendig würden.

Der Arbeitskreis kritisiert unter anderem, dass große Anlagen eine gewisse Substratmenge voraussetzen: Die Gegner befürchten, dass Lkw-Ladungen mit Hühnertrockenkot aus anderen Bundesländern angekarrt werden. "Was wiederum die Massentierhaltung fördert", wie Andrea Hartkorn bedauert. Außerdem weist die Gruppe auf die Gefahr der Vermaisung hin: "Durch Maisäcker wird die Ausräumung der Landschaft verschlimmert", so Melchior. Zudem böten Maisfelder keinen Lebensraum für Tiere - "außer für Wildschweine". Hartkorn befürchtet zudem, dass der Bau einer Biogasanlage auch ein "Einfallstor für genmanipulierten Mais" werden könnte.

Der Investor sei "kein Verein zur Pflege von Natur und Landwirtschaft", so Melchior. Eindeutig stünden wirtschaftliche Interessen im Vordergrund. Das sei ja auch sein gutes Recht - aber genauso müsse den Gegnern zugestanden werden, ihre Probleme und Zweifel vorzubringen. Gerade, da auch immer wieder neue Erkenntnisse hinzukämen. Die Naturschützer befürchten beispielsweise, dass der Betreiber mit dem Bau einer kleineren Anlage anfange, diese aber in Zukunft weiter ausbauen könnte.

Gegen kleine Anlagen, angegliedert an bäuerliche Betriebe, hat die Gruppe nichts einzuwenden. Im Gegenteil: Wenn die Landwirte dort das Substrat aus dem Betrieb in Energie umwandelten, sei dies nachhaltig und begrüßenswert. akj

© Südhessen Morgen, Donnerstag, 26.04.2012

„Es bleiben Zweifel“: Landwirt Schmidt sieht Probleme bei der geplanten Biogasanlage

BIOGASANLAGE Landwirt Christian Schmidt ist beim geplanten Bau
an der Lache skeptisch


Christian Schmidt vor der Fläche, auf der die Biogasanlage gebaut werden soll: Der Landwirt ist dem Projekt gegenüber skeptisch eingestellt und sieht Nachteile nicht genügend gewürdigt. Foto: AfP Asel

11.04.2012 - LAMPERTHEIM /Von André Heuwinkel

Nein, er habe generell nichts gegen landwirtschaftliche Biogasanlagen, erst recht nichts gegen erneuerbare Energien. Christian Schmidt steht vor dem Grundstück nahe der Wormser Landstraße und zeigt auf das Areal, auf dem eine Biogasanlage entstehen soll. Geplante Inbetriebnahme: Frühestens Anfang 2014. Zumindest, wenn es nach dem Willen von Werner Hartmann, Inhaber der Agrarprodukte Hartmann GmbH & Co. KG, und der EnviTec Biogas AG geht.

Bis dahin hat das Projekt noch mehrere institutionelle Hürden zu nehmen, wie beispielsweise eine öffentliche Info-Veranstaltung, die für den Mai geplant ist sowie eine Bürgerversammlung im August. Ebenso muss eine Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) vorliegen. Vor April 2013 dürfte sich auf der rund 2,7 Hektar großen Fläche also wenig regen.

Was noch nach ferner Zukunftsmusik klingt, ist für Christian Schmidt längst akut. Der studierte Agrarökonom möchte spätestens im nächsten Jahr den Hof seiner Eltern, der nur wenige hundert Meter vom Areal der geplanten Biogasanlage entfernt ist, übernehmen und macht im Gespräch mit dieser Zeitung deutlich, dass längst nicht alle Lampertheimer Landwirte bei dem Thema Biogasanlage aus dem Häuschen sind.

Erhöhte Pflanzenschutz- und Mineraldüngeraufwendungen

„Es sollte mal darüber nachgedacht werden, ob Lampertheim als Standort überhaupt Sinn macht“, sagt der Jung-Landwirt. Die Landwirtschaft in Hessen sei eher klein strukturiert, nicht so weiträumig wie in Niedersachsen oder in Ostdeutschland. „Intensive Gemüsefruchtfolgen werden durch den Zwischenfruchtsubstratanbau weiter intensiviert, dadurch werden erhöhte Pflanzenschutz- und Mineraldüngeraufwendungen sowie künstliche Bewässerung nötig, die eine intensivere Bearbeitung des Bodens notwendig machen“, so Schmidt. Die Folge: „Die Nachhaltigkeit der landwirtschaftlichen Produktionsverfahren wird infrage gestellt.“

Für den Betrieb einer Biogasanlage werden als Substrate Mais, Hirse, Ganzpflanzensilage und Hühnertrockenkot eingesetzt. Zwar befürchtet auch Schmidt keine Vermaisung Lampertheims, da der Anteil der Süßgraspflanze auf höchstens 60 Prozent beim Substratgemisch reduziert wird. In manchen Punkten deckt sich Schmidts Kritik mit jener Willi Billaus vom Regionalbauernverband Starkenburg. Dieser befürchtete in einer Stellungnahme des Verbands im März, dass nicht genügend Anbauflächen zur Verfügung ständen und mahnte, das Thema „Hühnertrockenkot psychologisch ernst zu nehmen“.

Hier hakt Schmidt ein, für den das Thema auch wissenschaftlich noch nicht vom Tisch ist und verweist auf Beiträge von Dr. Bernd Köhler vom RIPAC-Labor in Potsdam. Der Wissenschaftler untersuchte die „Wechselwirkungen von Clostridien-Toxininfektionen mit der Umwelt unter besonderer Berücksichtigung von Clostridum botulinum und Entsorgungsverfahren in der Tierhaltung“.

Gefahr von Botulismus

Was damit gemeint ist: Die Gefahr von Botulismus. Für die Vergiftung ist das Bakterium Clostridum botulinum verantwortlich, das sich besonders unter anaeroben (ohne Sauerstoff) Zuständen bildet, diese Bakterien produzieren das Gift Botulinumtoxin. Gelangen beispielsweise Tierkadaver beim Häckseln in die Silage durch Hühnertrockenkot in die Biogasanlage, so kann das Gärsubstrat, das als Dünger wieder in der Lampertheimer Gemarkung ausgebracht wird, mit den Gift bildenden Bakterien kontaminiert sein.

„Diese besonderen Bakterien haben keinen eigenen Stoffwechsel und könnten Millionen von Jahren im Boden überdauern, bei optimalen Bedingungen keimen die Bakterien aus, bilden Sporen, und verbreiten sich unsichtbar durch Wind in der Region“, so Schmidt.

Die Befürchtung des Jung-Landwirts: Wird der Gärrest auf landwirtschaftliche Flächen als Dünger ausgetragen, könnte kontaminiertes Material zurück in den Naturkreislauf gelangen und später die landwirtschaftlichen Ernteprodukte - in Lampertheim vor allem Gemüse und Co. - stark belasten. Doch ob wirklich Biogasanlagen hierfür mitverantwortlich gemacht werden können, ist in der Wissenschaft noch umstritten. Zwar sind besonders in Niedersachen - wo mit Abstand die meisten Biogasanlagen stehen - in den letzten Jahren vermehrt Fälle chronischen Botulismus‘ bei Rindern beobachtet worden. Dabei wurden auch Landwirte und behandelnde Tierärzte mit dem Neurotoxin infiziert.

BOTULISMUS (ICD-A05.1)
Botulismus ist eine Lebensmittelvergiftung, hervorgerufen durch das Bakterium Clostridium botulinum, welches das stärkste bakterielle Nervengift (Neurotoxin) produziert. Diese Erkrankung ist in Deutschland mit zirka 50 bis 100 Fällen pro Jahr selten. Eine Intoxikation kann durch Nahrungsmittel und Inhalation von Toxinen verursacht werden. Die Ansteckung erfolgt meist durch den Verzehr von Speisen, vor allem Fleisch- und Wurstwaren, die in sauerstoffabgeschlossenen Konserven angeboten werden. Es gibt sieben verschiedene Typen dieses Neurotoxins (A bis G), von denen jedoch nur die Typen A, B und E beim Menschen Symptome hervorrufen. (Quelle: AOK)


Pathogene Chlostridien entdeckt

Das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium hingegen gab Ende 2011 nach einer Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover unter Leitung von Prof. Dr. Gerhard Breves Entwarnung. In keiner der untersuchten Biogasanlagen wurden in einer repräsentativen Stichprobe pathogene Chlostridien entdeckt.

Skeptiker Christian Schmidt hat das bislang noch nicht überzeugt. „Es gibt bisher zu wenige Expertisen“, bemängelt der 28-Jährige. Sollte doch ein Problem auftreten, sei „der Aufschrei groß. Es bleiben Zweifel.“ Die Zukunft wird zeigen, welche Haltung recht behält.

Biogasanlage: Willi Billau ist skeptisch, dass genügend Landwirte das Projekt unterstützen werden / Werner Hartmann verteidigt sein Projekt

Streit um Mais und Hühnertrockenkot

Lampertheim. Landwirt Werner Hartmann will Gas geben. Doch einige seiner Berufskollegen teilen seine Begeisterung nicht. Sie bringen seinem Plan, eine Biogasanlage zu bauen, Skepsis entgegen. Dennoch ist Hartmann sicher, dass er genügend Landwirte auf seine Seite bringen kann, um sein Projekt Wirklichkeit werden zu lassen.

Allerdings gehört mit Willi Billau einer der stimmkräftigsten Standesvertreter zu Hartmanns Gegnern. Dies hat sich kürzlich bei einer Informationsveranstaltung in Lampertheim gezeigt. Bei dieser Gelegenheit hat auch der Projektentwickler der Firma Envitec, Olaf Brandes, seine Pläne präsentiert. Im Gespräch mit dieser Zeitung sagte Billau anschließend, grundsätzlich sei gegen den Betrieb einer Biogasanlage nichts einzuwenden. "Aber", so schränkt er ein, "es macht nicht überall Sinn".

Billau ist davon überzeugt, dass sein Kollege Werner Hartmann - dieser ist im übrigen auch Kreisvorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung - nicht genügend Flächen zusammenbekommt, um ausreichend Biomasse verwerten zu können. Selbst bei einer Kapazität von 400 Hektar benötigter Fläche sei es fraglich, ob sich Hartmann auf die erforderlichen Anbauten und Lieferungen der umliegenden Landwirte verlassen könne. Dies auch vor dem Hintergrund aktueller Pläne der EU-Agrarkommission, finanzielle Anreize zur Stilllegung landwirtschaftlicher Flächen zu schaffen.

Konkurrenz aus Bürstadt

Laut Billau sind die Felder um Lampertheim von einem hohen Anteil an wertschöpfungsintensiven Kulturen gekennzeichnet. Die Nachfrage selbst von Großmärkten nach regionalen Produkten steige. Deshalb werde es Hartmann beispielsweise schwer haben, ausreichende Mengen an Mais für die Biogasanlage zu bekommen. Auch Hühnertrockenkot könnte knapp werden; so rechnet Billau damit, dass dieser künftig aus hygienischen Gründen für die Düngung des Gemüseanbaus verboten werde.

Nachteile für Hartmanns Projekt sieht der Lampertheimer Landwirt auch mit Blick auf Bürstadt, wo demnächst eine Biogasanlage in Betrieb gehen soll. Auch in der Nachbargemeinde habe man mit Mühe und Not 280 Hektar Flächen zusammen gebracht, um verwertbare Biomasse zu erhalten. "Wir wollen die Anlage nicht tot treten", beteuert Billau, "aber wir möchten keine Ruine".

Biogas-Verfechter Werner Hartmann übt sich derweil in Gelassenheit. Allerdings plädiert er für eine sachliche Debatte. Zu viele Vermutungen und Spekulationen seien über die geplante Anlage im Umlauf. Was den Hühnertrockenkot betrifft, so sei dessen Herkunft entscheidend. Für die geplante Biogasanlage werde auf Material von Legehennen zurückgegriffen, das als Standarddünger bei Biobetrieben zugelassen sei. Ohnehin spiele er bei einer Biogasanlage aber nur zu zehn Prozent am Gesamtvolumen eine Rolle. An Mais will Hartmann maximal 60 Prozent generieren, dies erfordere einen Flächenbedarf von 200 Hektar - zehn Prozent der Gesamtlandwirtschaftsfläche Lampertheims. "Von einer Vermaisung kann keine Rede sein", unterstreicht Hartmann. Die restliche Biomasse will er mit Gräsern und Getreidekulturen beisteuern und sie in die Fruchtfolge des Gemüseanbaus integrieren.

Hartmann berichtet auf Anfrage, etliche Landwirte hätten ihm bereits Lieferungen zugesagt, die für eine Fläche von 200 Hektar ausreichten. Er geht davon aus, dass sich weitere Bauern anschließen werden, wenn die Anlage erst einmal steht. Kommende Woche findet der erste Erörterungstermin mit der Verwaltung statt. Mit einem Baubeginn rechnet Hartmann nicht vor Ende 2013.

© Südhessen Morgen, Samstag, 17.03.2012
Von unserem Redaktionsmitglied Uwe Rauschelbach

Biogasanlage: Bebauungsplan wird aufgestellt

Viele Fragen, viel Kritik

Lampertheim. So richtig warm wurde im Stadtparlament niemand mit dem Vorhaben von Landwirt Werner Hartmann, auf seinem Betriebsgelände an der Wormser Landstraße eine Biogasanlage zu errichten. Am Ende stimmte in der jüngsten Sitzung des Gremiums aber jede Fraktion zumindest der Aufstellung eines Bebauungsplanes zu.

Am entschiedensten trat dafür noch Hartmanns Fraktionskollege Franz Korb ein, der die Abgeordneten dazu aufforderte, zumindest einen Planungsprozess in Gang zu setzen, um in dessen Verlauf die verbliebenen offenen Fragen zu klären. Hiervon scheint es etliche zu geben, wie auch Grünen-Fraktionschef Helmut Rinkel einräumte. Er brachte etwa die zu erwartende höhere Bodenerosion, die Nitratbelastung sowie die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft ins Spiel, die dem Betrieb einer Biogasanlage entgegenstünden. Grund dafür sei der vermehrte und einseitige Anbau von Mais zur Verwertung als Biomasse. Auch sei mit einem hohen Transportaufkommen im Bereich des Standorts zu rechnen. Ferner drohten Landwirte gegen die geplante Anlage "auf die Barrikaden" zu gehen. Sie setzten sich gegen die Düngung ihrer Äcker mit Gärresten zur Wehr.

Wie Helmut Rinkel forderte auch FDP-Fraktionsmitglied Helmut Hummel die Einberufung einer Bürgerversammlung, um die bestehenden Probleme im Zusammenhang mit der geplanten Biogasanlage aus dem Weg zu räumen. Und auch SPD-Fraktionschef Hans Hahn gab zu, dass das Projekt unter seinen Parteifreunden keine einhellige Zustimmung hervorgerufen habe. Dennoch wolle die Fraktion durch ihre Zustimmung einen Beitrag zur Energiewende leisten. Der Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan ging im Parlament mit einer Enthaltung durch. urs

Südhessen Morgen
20. Februar 2012

Energie: Bürger fühlen sich übergangen / Initiator Hartmann und Agenda-Gruppe im Streit / Verwaltung: "Wir sind erst am Anfang"

Biogasanlage sorgt schon jetzt für dicke Luft

Lampertheim. Das Biogas bleibt Diskussionsstoff - und das nicht nur im Stadtentwicklungs- und Bauausschuss (wir berichteten). Auch unter Anwohnern in der Nähe des Agrarbetriebs von Werner Hartmann, der die Anlage gemeinsam mit dem Investor Envitec errichten will, ist die Aufregung nun groß. Der Hühnermist werde aus Norddeutschland oder Holland nach Lampertheim gefahren, das sei doch nicht ökologisch, schimpft Iris Henkelmann. "Aber: Uns fragt ja keiner."

Das ist auch Peter Franz' größtes Problem: "Ich persönlich bin noch nie darauf angesprochen worden, weder von Herrn Hartmann noch von der Stadt." Wenn der Weg zur Belieferung der Biogasanlage so gebaut werde, wie es gerade geplant sei, "dann fahren die fast durch meinen Vorgarten", sagt er. Er habe nicht grundsätzlich etwas gegen den Bau einer solchen Anlage, aber wenn er genau wüsste, dass es extrem laut werde oder bestialisch stinke, dann sicherlich. Es fehlt ihm, klagt er, an detaillierten Informationen.

Auch die Agenda-21-Gruppe "Naturschutz, Landwirtschaft und Ressourcen" bedauert, dass noch viel zu viele Frage offen seien. "Wir hätten uns eine Bürgerinformationsveranstaltung vonseiten der Stadt gewünscht", sagt Sprecherin Andrea Hartkorn.

Doch Hans-Joachim Schahn, Leiter des Fachdienstes Stadtplanung bei der Stadtverwaltung, will die erhitzten Gemüter beruhigen: "Wir sind noch ganz am Anfang", sagt er. Bislang sei im Ausschuss lediglich über eine vorbereitende Beschlussfassung für den Bebauungsplan abgestimmt worden. "Wir haben hier sozusagen eine weiße Fläche - die in den kommenden Monaten mit Inhalten gefüllt werden muss." Und da komme noch viel Arbeit auf die Verantwortlichen zu: Es ist zwingend vorgeschrieben, sämtliche Behörden an den Planungen zu beteiligen. Außerdem ein Muss: "ein Informationsabend für alle Bürger". Sämtliche Einwände würden angehört und ernst genommen, versichert Schahn. Viele dächten: "Das Ding wird so gebaut. Punkt." Das sei nicht richtig. Bislang hätten die Kommunalpolitiker lediglich ihren Willen bekundet, eine Anlage an diesem Standort zu bauen. Selbst wenn jetzt alles "glücklich verlaufe", gehe eine Anlage wohl erst 2014 in Betrieb.

"Werden dafür stimmen"

Dass sie wirklich in Betrieb gehen wird, daran glaubt Werner Hartmann fest. Im Ausschuss am Dienstag haben sich Helmut Rinkel und Carmen Kunz von den Grünen enthalten. Vorher hatten sie um vier Wochen Aufschub gebeten, weil Rinkel noch viel Aufklärungsbedarf bei den Bürgern sieht. Er stellt jedoch klar, dass seine Partei "sich ausdrücklich für die Biogasanlage aussprechen und in der Stadtverordnetenversammlung auch dafür stimmen wird".

Rinkel beschäftigt jedoch Folgendes: "Ich persönlich habe nur ein Problem damit, wenn der zukünftige Betreiber die Agenda-21-Gruppe wegen angeblicher Verbreitung von Unwahrheiten an den Pranger stellen will", sagt er. Hartmann habe die Lokalpolitiker in einer E-Mail dazu aufgefordert, über die Gruppe zu beraten, da es "für Lampertheim untragbar sei, einer Agenda-21-Gruppe für die Verbreitung von Unwahrheiten eine Plattform zu bieten". Das mache ihn, sagt der Grünen-Fraktionsvorsitzende, doch sehr betroffen. Und es könne eben auch dazu führen, dass "man sich in einer Ausschusssitzung unter Druck gesetzt fühlt".

"Unsachlich und befremdlich"

Werner Hartmann ist wütend auf Andrea Hartkorn. Sie sei Sprecherin der Agenda-Gruppe und nicht "Propagandaministerin von NABU und anderen Naturschutzvereinigungen", sagt er. Die Gruppe werfe ihm vor, dass durch eine Anlage in Zukunft überwiegend Mais angebaut werde. Außerdem hätten die Mitglieder ihm Daten über die Nitratbelastung des Bodens vorgelegt, die "schlicht falsch" seien. "Wir setzen nicht vordergründig auf Mais, sondern auf Ganzpflanzensilage", sagt Hartmann. Diese Pflanzen würden im Herbst gesät und im Mai geerntet, Gemüse könne trotzdem angebaut werden. "Es wird einen Anteil an Mais geben, aber keine Monokultur."

Hartkorn nennt Hartmanns Ton "unsachlich und befremdlich". Die Nitratwerte habe die Gruppe aus einem Bericht des Vereins VSR-Gewässerschutz. Die Agenda-Gruppe, die einen Fragenkatalog erarbeitet hat, beschäftigt sich intensiv mit dem Thema - und berät selbst noch, wo genau sie sich positioniert. Man wolle ja Gespräche, sagt Hartkorn - "aber nicht im Hinterzimmer".

Südhessen Morgen/Redaktionsmitglied Anne-Kathrin Jeschke
10. Februar 2012

Fluch oder Segen?

15.12.2011 - LAMPERTHEIM

Von André Heuwinkel/Lampertheimer Zeitung

AGENDA 21 Mitglieder, Landwirte und Kommunalpolitiker diskutieren über Vor- und Nachteile einer Biogasanlage

Nicht überall, wo „Bio“ draufsteht, ist auch „Bio“ drin. Zu diesem Ergebnis kam zumindest die Lokale Agenda 21 - Naturschutz, Landwirtschaft, Ressourcen - in der dienstagabendlichen Diskussionsrunde im Sitzungssaal des Alten Rathauses. Zentrales Thema waren mögliche Auswirkungen auf Natur, Landwirtschaft und Umwelt im Fall einer Biogasanlage für Lampertheim, die bereits seit Monaten in Planung ist (wir berichteten). Ebenso war die Agenda bestrebt, Alternativen zur Nutzung von Mais für den Betrieb von Biogasanlagen aufzuzeigen. Entsprechend gut besucht war der Sitzungssal. Es erschienen nicht nur Mitglieder der Agenda-Gruppe, sondern auch Landwirte und Kommunalpolitiker, allen voran Werner Hartmann, dessen Betrieb Agrarprodukte Hartmann GmbH & Co. KG in Zusammenarbeit mit dem niedersächsischen Unternehmen EnviTec Biogas AG das Vorhaben realisieren möchte.

Der Diskussion gingen zuerst ein Vortrag der Agenda-Sprecherin Andrea Hartkorn sowie zwei Videoclips Hardy Ruckdeschels voran. Die Beiträge sollten die vermeintlich negativen Auswirkungen von Biogasanlagen - speziell vor dem Hintergrund von Mais-Monokulturen - kritisch beleuchten. Andrea Hartkorn machte deutlich, dass vermehrter Maisanbau zu hohem Einsatz von Dünger und Pestiziden und zu einer Abnahme der Biodiversität führe. Es gebe Landkreise, in denen auf 60 Prozent der Ackerflächen nur noch Mais angebaut werde, Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten würden so vernichtet und verbindende Biotopstrukturen abnehmen. Ebenso stellte Hartkorn die Grundsatzfrage auf, ob Biogas aus Mais überhaupt geeignet sei, Treibhausgasemissionen zu reduzieren, da durch den Betrieb von Biogasanlagen ein beträchtliches Potenzial an Distickstoffmonoxid (Lachgas) freigesetzt würde, das ähnlich wie Methan wesentlich schädlicher ist als CO2.

Die Zweifel wurden in zwei Videobeiträgen, die Zusammenschnitte aus der 3-sat-Sendung „nano“, der SWR-Sendung „Report Mainz“ sowie einem mdr-Beitrag zeigten, untermauert. Die Ernte berge Gefahren für Bodenbrüter. Die Verwendung von Wildblumen bilde hingegen eine sinnvolle Alternative. Der zweite Beitrag arbeitete hingegen einen zweiten Brandherd heraus: Botulismus - eine Lebensmittelvergiftung, die Lähmungserscheinungen hervorruft und tödlich verlaufen kann. Das Botulinumtoxin entsteht als Stoffwechselprodukt des Bakteriums Clostridium botulinum und kann Mensch wie Tier gleichermaßen befallen. Die Wissenschaftler Professor Dr. Helge Böhne und Professor Dr. Dirk Dressler (Medizinische Hochschule Hannover) wiesen auf der neunten Agrar- und Veterinär-Akademie (AVA)-Haupttagung im März 2010 auf die Problematik hin und äußerten den Verdacht, dass der Betrieb von Biogasanlagen dafür mitverantwortlich sein könnte. Auch „Zeit-Online“ sprach in einem Artikel vom August dieses Jahres von einer „ignorierten Seuche“. Die Annahme: Beim Schnitt von Biomassepflanzen werden Tiere mitgehäckselt und gelangen ins Gärsubstrat. Der Gärschlamm kann als Dünger wiederverwendet werden und in die Natur zurückgelangen.

Werner Hartmann machte allerdings deutlich, dass eine derartige Verwendung des Gärschlamms nicht vorgesehen sei. In der Zusammensetzung der Substrate - eine eigene Rezeptur - soll die Verwendung von Hühnerkot ausgeschlossen werden. Hintergrund seien Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das neue Förderrichtlinien für die Verwendung bestimmter Substrate vorsehe. „Es wird dabei ein richtiger Katalog aufgestellt, und es ist abzusehen, dass die Verwendung von Hühnerkot aus ökonomischer Sicht völlig sinnlos ist“, versicherte der Landwirt, der auch für die CDU im Stadtparlament sitzt. „Das sind ja ganz neue Erkenntnisse“, zeigten sich Agenda-Sprecher Volker Harres und FDP-Mann Helmut Hummel verblüfft. Werner Hartmann skizzierte einen Substratmix aus „Winterbegrünung, Zuckerrüben, Hirse“ und weiteren Zutaten. Wie hoch der Maisanteil sein werde, sei noch nicht absehbar, allerdings: „Eine ‚Vermaisung‘ Lampertheims droht definitiv nicht“. SPD-Abgeordneter Fritz Götz gestand: „Durch die Ausführungen bin ich weiter verunsichert.“ Dieser Einschätzung schloss sich auch Dieter Melchior an: „Wir befinden uns in einem Spannungsfeld. Klar ist aber auch, dass die Energiewende vorangetrieben werden muss. Keine Energiegewinnungsform kommt schließlich ohne negative Externalitäten aus.“

Hartmann betonte, dass rund 460 Hektar an Anbaufläche mit anderen Landwirten mündlich vereinbart worden seien. Abschließend zeigte sich Volker Harres ob der „Risikobereitschaft“ verwundert, da viele Faktoren noch „im Ungefähren“ seien.

Agenda 21: Gemeinsame Aktion mit Gymnasiasten im Lampertheimer Stadtwald

Nischen für Pflanzen schaffen

Lampertheim. Wenn im Frühling die heimische Flora sprießt, ist naturgemäß auch die beste Zeit für Pflanzaktionen aller Art. Ein solches Projekt wurde im Stadtwald in der Nähe des Waldlehrpfades auf den Weg gebracht. Initiator war die Lampertheimer Agenda 21.

Vormittags trafen die Agenda-Mitglieder Andrea Hartkorn und Alfred Laut auf 21 Schüler des Lampertheimer Lessing-Gymnasiums. In Begleitung von Lehrerin Gabriele Waldkircher und zwei Referenten, galt es für sie, die Ärmel hochzukrempeln. Bearbeitet werden musste ein Areal von 300 Quadratmetern Größe. Pächter Helmut Holz hatte sich bereit erklärt, das Areal für eine besondere Maßnahme zur Verfügung zu stellen.

"Wir möchten die heimischen Pflanzenarten fördern", so Hartkorn. Der Grund: "Die aufgeräumten Folienlandschaften nehmen immer mehr Raum ein, natürliche Nischen für Pflanzen und somit auch Tierarten gibt es immer weniger." Nun sollen weitere Flächen Raum bieten, in dem diese Nischen ungestört entstehen können.

Angeleitet von Laut, der auch Leiter der Hegegemeinschaft Südhessen ist, gingen die Schüler gleich ans Werk. Zuerst galt es die Fläche zu ebnen und von unerwünschtem Unkraut zu reinigen. Dabei hatten die jungen Naturschützer ein pflugähnliches Teil hinter sich her zu ziehen, Bahn für Bahn, bis das Grundstück vorbereitet war. Danach wurde eingesät. Den Namen "Odin"* trug die Wildblumensaatmischung, die in den Boden gebracht werden musste, "eine winterharte Mischung, die Blüten vom Frühjahr bis zum Herbst hervorbringt", wie Laut betonte.

In die Hände gespuckt

Für Lehrer und Schüler bedeutete die Teilnahme eine besondere Praxisnähe. Die Lerninhalte, mit denen sich die Siebtklässler in den vergangenen Wochen beschäftigten: Blütenpflanzen. "Eine schöne Brücke zwischen Unterricht und Praxis", befand Waldkircher dann auch. Zwei bis drei Stunden lang musste in die Hände gespuckt werden, dann war es geschafft. Im Anschluss spendierte die Stadt den Helfern zur Stärkung belegte Brötchen und kühle Getränke.

In der Agenda 21 soll dies nur der Auftakt für weitere Pflanzaktionen werden. Im Erfolgsfall wird der Forst weitere Flächen zur Verfügung stellen und selbst einige Privatpersonen haben schon ihre Bereitschaft angedeutet, ihre Grundstücke in den Dienst der Renaturierung zu stellen. "Natürlich möchten wir die Landwirte mit ins Boot nehmen", betonte Andrea Hartkorn. Randstreifen und anderes nicht kommerziell nutzbares Land stehen hier im Fokus des Interesses.

Genug Regen?

Nach erfolgter Einsaat hängt das Gelingen nun von mehreren Faktoren ab. Wird es genug regnen, um die Pflanzen durchkommen zu lassen und wird die heimische Fauna das frische Grün nicht gleich wegfuttern?, lauten die großen Fragezeichen. Nicht infrage gestellt ist das Engagement der Gymnasiasten. Sie wollen in Zukunft wieder mit von der Partie sein, wenn es gilt, den kultivierten Flächen wieder ein Stück Natur abzuringen. jkl

Südhessen Morgen
5. Mai 2011

Erklärung zur Wildblumenmischung:
*Die Wildblumenmischung ODIN ist eine ausdauernde Mischung mit sehr hohem Kräuteranteil. Sie blüht von Anfang Mai bis in den späten Herbst hinein. Sie bietet Refugium für viele Vogel- und Insektenarten. Sehr lange Standzeit bei minimalem Pflegeaufwand zeichnet diese vielseitige Mischung aus. Die enthaltenen einjährigen Arten verhindern eine Verunkrautung im ersten Standjahr, die ausdauernden Arten setzen sich dann im Folgejahr endgültig durch. Die Saatmischung ist vom Hess. Ministerium f. Umwelt, Energie, Landwirtschaft u. Verbraucherschutz anerkannt und für das Blühflächenprogramm zugelassen.

Erfolg für Agenda-21-Arbeitskreis Naturschutz, Landwirtschaft, Ressourcen:
Der Arbeitskreis konnte Stadtverwaltung und Politik überzeugen

Leinenzwang in der Brut- und Setzzeit:
Ab 1. März in Lampertheim gültig

(red). Die Stadtverordnetenversammlung hat bereits im vergangenen Jahr in Form einer Satzung den Leinenzwang für Hunde in der Brut- und Setzzeit beschlossen. Dies bedeutet für Hundehalter, dass sie ihre Tiere in der Zeit vom 1. März bis 30. Juni im Außenbereich (außerhalb der geschlossenen Ortsbebauung) anleinen müssen. Dies gilt auch für das Rheinufervorland.

„Ursächlich für diese Regelung waren Hetz- und Beißvorfälle durch freilaufende Hunde, bei denen Wildtiere, insbesondere auch Jungtiere, verletzt wurden oder sogar zu Tode kamen“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Auch in jüngster Zeit seien von Jägern wieder solche Fälle gemeldet worden. Aber auch die Landwirtschaft führten zunehmend Klage über Beschädigungen, die durch freilaufende Hunde an den frisch angelegten Ackerflächen entstehen. „Ganz zu schweigen davon, dass Hundekot und Urin nichts auf einem mit Lebensmitteln wie Schnittlauch, Petersilie, Spargel und Salat bepflanzten Acker zu suchen haben“, so die Stadt weiter.

Alle Lampertheimer Hundehalter seien im Rahmen der Zusendung der Hundesteuerbescheide in einem dem Bescheid beigefügten Merkblatt nochmals auf die in Lampertheim geltenden Regeln aufmerksam gemacht worden. Seitens der Ordnungsbehörde werde in der Brut- und Setzzeit eine verstärkte Kontrolle des Außenbereichs stattfinden. Hundehalter, die trotz der vielen Hinweise gegen die Satzung verstoßen, müssten mit einer Anzeige und dem damit verbundenen Bußgeld in Höhe von 35 Euro rechnen.

Lampertheimer Zeitung v. 11.02.2011

Lessing-Gymnasium: Schüler der MINT-Bio-AG nehmen an Pflanzaktion teil

Mit Eifer bei der Sache

Lampertheim. Bei Schneegestöber und kalten Temperaturen, aber mit Spaß und Eifer bei der Sache, nahmen 22 Schüler der MINT-Bio-AG des Lessing Gymnasiums bei einer Agenda-21-Pflanzaktion teil. Begleitet wurden sie von ihrer Lehrerin Gabriele Waldkircher und Referendar Florian König.

Im Bürgerfeld, einer Feldregion zwischen Lampertheim und Rosengarten, hatten Stadtgärtner Löcher entlang der alten Wormser Bahnlinie in die Erde gebohrt, um ihnen das Einpflanzen zu erleichtern. Insgesamt wurden 40 Sträucher von den Technischen Betriebsdiensten zur Verfügung gestellt. Initiiert durch den Agenda-21-Arbeitskreis Naturschutz, Landwirtschaft und Ressourcen, sollte die Aktion neue Rückzugs- und Brutgebiete für Vögel, Kleinsäuger und Insekten schaffen. "Die Versiegelung der Böden und die rigorose Nutzung der Agrarflächen drängt die Tiere immer weiter zurück und vernichtet wichtige ökologische Nischen für die Tierwelt", erklärte Agenda-21-Sprecher Alfred Laut. Heimische Straucharten wie Roter Hartriegel, Feldahorn und Pfaffenhütchen wurden für ein besseres Wachstum zunächst noch um etwa ein Drittel von den Stadtgärtnern eingekürzt.

Auch abgebrochene Wurzelstücke galt es zu entfernen. Bevor die Pflanzen mit den Spaten eingegraben wurden, gossen die Schüler noch ein Kanne Wasser mit ins Pflanzloch. "Die Sträucher bieten nicht nur Schutz für allerlei Tierarten, vom Käfer bis zum Feldhasen, sondern auch gegen die Erosion des Bodens", erklärte Laut. Für Lehrerin Gabriele Waldkircher war außerdem die frühzeitige Bewusstseinsschaffung für die Belange des Naturschutzes wichtig. Schon einige Male hatte sie mit ihrer eigenen Klasse oder einer MINT-Arbeitsgruppe mitgewirkt: "Das wird nicht das letzte Mal sein. Wir freuen uns schon auf die nächste Pflanzaktion!" aha

Südhessen Morgen
01. Dezember 2010

Natur: Agendagruppe Naturschutz, Landwirtschaft und Ressourcen besichtigt gemeinsam mit städtischem Mitarbeiter die Feldgemarkung

Biotopvernetzung in den Startlöchern

Lampertheim. Erdbeeren, Kartoffeln und Spargel - was Verbraucher frisch und knackig auf ihren Tellern lieben, verdrängt andere aus ihrem angestammten Lebensraum. Die intensive Landwirtschaft, gepaart mit der Siedlungsentwicklung, vertreibt Gräser, Kräuter, Eidechsen, Hasen, Rebhühner und Vögel von den Feldern. Dem möchte nicht nur die Agendagruppe Naturschutz, Landwirtschaft und Ressourcen entgegenwirken - auch die Stadt Lampertheim setzt auf Biotopvernetzung. Mit dem Kauf von brachliegenden Flächen und unbewirtschafteten Gärten will sie einer Monokultur entgegenwirken.

Um sich einen Überblick über mögliche Grundstücke für die Vernetzung zu verschaffen, traf sich die Gruppe mit Alexander Ochmann vom städtischen Fachdienst Umwelt und Stadtentwässerung zu einer Auftakt-Radtour durch die Heide. Vorbei an der Grube Feuerstein und der Knödlergrube ging es Richtung Neuschloß.

Mond- statt Kulturlandschaft

Laut einigen Agendamitgliedern erinnerten die riesigen Ackerflächen mit den umgepflügten Randstreifen dort eher an eine Mond- als eine Kulturlandschaft. Grünen-Mandatsträger Dieter Melchior, ebenfalls Mitglied der Agenda, erklärte: "Viele Anwohner vermissen die Spaziermöglichkeiten, die ausgeräumten Landschaften ohne Sträucher, Hecken und Singvögel animieren nicht gerade zur Erholung." Ochmann möchte nun die Besitzer der unbenutzten Gartengrundstücke im Liegenschaftsbuch nachschlagen und ihnen eine Kaufoption vorschlagen: "Nicht jeder will an die Stadt verkaufen, allerdings höhlt steter Tropfen den Stein", zeigt er sich vorsichtig optimistisch. Auch verliert er bei aller ökologischer Sichtweise nicht die Landwirte aus den Augen. Schließlich dienten Biotope nicht nur den Pflanzen und Tieren, ein weiter gefasster Umweltschutz, etwa mit Riegeln aus Feldgehölz und Wiesen, helfe indirekt auch den Bauern, da er Erosionen entgegenwirke.

Auf der Radtour prangerte die Gruppe auch die Müllablagerungen am Wegrand sowie in den Gärten an - hier sollte die Stadt stärker kontrollieren. Diese Meinung teilen auch die Bauern. Doch Uwe Becher vom Bereich Sicherheit und Ordnung wirkt großen Hoffnungen entgegen: "Eine permanente Überwachung ist personell nicht zu leisten, und bestrafen kann man nur, wenn man jemanden auf frischer Tat ertappt."

Ein weiterer Dorn im Auge der Agenda ist die Rodung eines ehemaligen Brachgeländes durch Bauer Willi Billau. Damit habe er wieder ein Biotop zerstört, noch dazu nach dem 1. März, wonach es das Bundesnaturschutzgesetz verbiete, Bäume und Hecken zu fällen. Der Landwirt verteidigt sich damit, dass das Gelände "vermüllt" gewesen sei und er nun den Abfall entsorgen müsse. Allein zwölf Tonnen Bauschutt habe er schon entsorgt. "Ganz zu schweigen von dem Sondermüll, da hier eine alte Werkstatt war", erläutert Billau. Auch habe er sorgfältig überprüft, ob nicht etwa ein Vogel dort niste.

Dialog statt Anzeige

Außerdem habe er mit dem Erwerb des Grundstückes die Auflage erhalten, die illegalen Bauten darauf zu entfernen sowie das Gelände seiner einstigen Bestimmung, also der Landwirtschaft, zuzuführen. Allgemein sei er auf Flächen angewiesen, um den Familienbetrieb weiterführen zu können: "Vor allem da in Zukunft durch Straßen- und Siedlungsbau immer mehr verloren gehen."

Auch das Argument, die Natur sei ausgeräumt, lässt er so nicht gelten. "Es gibt ja Biotopvernetzungsstreifen; während meiner Arbeit sehe ich immer wieder Hasen, Rebhühner und Fasane. Und irgendwo müssen wir unsere Produkte auch anbauen, immerhin sind wir noch weit von Flächengrößen und Monokulturen wie in den neuen Bundesländern oder in Osteuropa entfernt."

Die Agenda will nun das Gespräch mit Billau suchen. "Bislang will keiner Anzeige erstatten", beteuert Melchior. Vielmehr verfasst Andrea Hartkorn, Sprecherin der Gruppe, eine Einladung zur nächsten Agendasitzung, um Missverständnisse, wie die angeblich bereits geplante Anzeige, aus dem Weg zu räumen. "Wir wollen die Natur schützen, gemeinsam mit der Stadt und den Landwirten", sagt Melchior. Und auch Billau hat nicht vor, gegen die Naturschützer zu arbeiten. Er möchte im Dialog um Verständnis für die Belange der Bauern werben.

Südhessen Morgen
Ute Hahnenberger

07. Mai 2010

Biotop oder Müllhalde?

Agendagruppe kritisiert Landwirt, der Gartengrundstück zu Ackerfläche macht

Die Lampertheimer Agendagruppe Naturschutz, Landwirtschaft und Ressourcen hatte sich in der vergangenen Woche zu einer Radtour durch die Lampertheimer Heide getroffen, zu der ersten von mehreren geplanten Touren. Ziel war, Brachflächen, unbewirtschaftete oder verlassene Gärten zu erfassen und der Stadt diese Grundstücke als geeignete Flächen für den Biotopverbund zu melden. Ein frisch gerodetes Grundstück stieß der Gruppe allerdings bitter auf.

Die Gruppe, die von ihren beiden Sprechern Andrea Hartkorn und Alfred Laut geleitet wurde, war mit Alexander Ochmann vom städtischen Fachdienst „Umwelt und Stadtentwässerung“ unterwegs, der die Anregungen aufnahm. Die „Biotopverbund-Tour“ führte über die Heide zur Grube Feuerstein und weiter bis zu den riesigen Aufschüttungen der Knödlergrube, vorbei an einigen schmalen Feldholzinseln und verwilderten Gärten, die offensichtlich schon länger nicht mehr genutzt werden und zum Teil einen sehr verwahrlosten Eindruck machten. Für Alfred Laut haben aber auch diese ungepflegten Gärten eine wichtige ökologische Funktion, weil sie in der ausgeräumten Feldflur die einzigen Flächen darstellen, auf denen Tiere und bestimmte an Trockenheit angepasste Pflanzenarten noch Rückzugsmöglichkeiten finden.

Was der Agendagruppe allerdings übel aufstieß, waren einige illegale Müllablagerungen am Wegesrand und auch in den Gärten selbst. Die Mitfahrenden äußerten Unverständnis über die Gartenbesitzer, die ihre Grundstücke so „verlottern“ ließen, aber auch über die Verantwortungslosigkeit mancher Mitbürger, die mit ihren Abfällen die letzten Lebensräume von Tieren und Pflanzen zerstörten. Einig war sich die Gruppe darüber, dass die Stadt hier in der Feldgemarkung öfter mal nach dem Rechten sehen müsse.

Je weiter die Gruppe in Richtung Neuschloß kam, um so „ausgeräumter“ zeigte sich die Landschaft. Sie erblickte ausgedehnte, zum Teil mit Folien bedeckte Ackerflächen ohne natürliche Strukturen wie Bäume, Hecken oder Sträucher. „Selbst die Ackerrandstreifen links und rechts des Weges waren umgepflügt oder mit Herbiziden totgespritzt“, kritisiert die Agendagruppe. Einige Mitfahrende zeigten sich betroffen angesichts dieser „Mondlandschaft“. „Dass mit der fortschreitenden Intensivierung der Landwirtschaft die ehemals vielfältige Lampertheimer Kulturlandschaft immer mehr verdrängt wird, erlebten die Radfahrer an einem frisch gerodeten Grundstück. Wo sich wenige Tage zuvor noch ein verwilderter Garten mit alten Bäumen, Hecken und Sträuchern befand, lagen nur noch die Wurzeln der Bäume“, so die Agendagruppe. In den Augen der Naturschützer stellt dieser neue „Kahlschlag“ einen schwerwiegenden Eingriff in Natur und Landschaft und einen weiteren Biotopverlust dar. Für Andrea Hartkorn, Vorsitzende des Naturschutzbundes Lampertheim, ist die Rechtslage eindeutig. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz sei es verboten, Bäume, Hecken und andere Gehölze in der Zeit zwischen dem 1. März und 30. September zu schneiden oder zu fällen, ausgenommen seien Pflegemaßnahmen. Hartkorn: „Der Landwirt hätte das wissen müssen.“ Bevor sich die Agenda weitere Schritte überlegt, will sie erst mal das Gespräch mit dem betreffenden Landwirt suchen.

Eigentümer des gerodeten Grundstücks ist Dr. Willi Billau. Gegenüber unserer Zeitung sagte der Landwirt, er habe das Areal ersteigert, weil in den nächsten Jahren in Lampertheim immer mehr Ackerfläche verloren geht. Seine Nachfahren wollten den Betrieb weiterführen, und dazu sei eben Fläche nötig. Das Gartengrundstück war in Billaus Augen kein Biotop, denn es sei „vermüllt und versifft“ gewesen. „Hier war eine illegale Werkstatt und an Müll alles, was vorstellbar ist, zu finden. Wir haben mehrere Tonnen zu entsorgen“, erklärt der Landwirt. Das Grün sei von Hand gerodet worden, Vogelnester habe es keine gegeben. Billau möchte hier in den nächsten Jahren Spargel, Erdbeeren und Frühkartoffeln ernten.

„Erwerb und Entsorgung hat mich Geld gekostet. Das muss ich ja auch wieder reinholen. Man will mich nun anzeigen. Ich freue mich auf den Prozess“, so Billau. Der Landwirt teilt auch nicht die Meinung der Agendagruppe, die Heide gleiche einer „Mondlandschaft“ – es gebe hier zahlreiche Gärten und Wasserlöcher für die Tierwelt.

03.05.2010 - LAMPERTHEIMER ZEITUNG

Von Oliver Lohmann

Lampertheim: Weichen für Bürgerinitiativen-Gründung sind gestellt

Beim ICE auf die Hinterfüße stellen

Lampertheim. Die Lampertheimer wollen im Spiel der Kräfte nicht untergehen. Schon gar nicht, wenn es um derart entscheidende Fragen wie die Planung einer ICE-Neubautrasse geht. Deshalb wird jetzt eine Bürgerinitiative gegründet, mit deren Hilfe vor allem die Position Lampertheims zur ICE-Trasse in Verhandlungen mit Bahnvertretern deutlicher gemacht werden soll.

Nach Informationen des Initiators, Dekan Karl Hans Geil, liegen der Bahn noch nicht einmal die Beschlüsse der Lampertheimer Stadtverordnetenversammlung zur ICE-Streckenführung vor. Geil wörtlich: "Wir müssen uns in Lampertheim auf die Hinterfüße stellen." Zudem hätten es Interessierte und Betroffene mit unterschiedlichen Realitäten zu tun, die in der öffentlichen Diskussion auch für bedrohliche Szenarien sorgte, meinte der evangelische Kirchenmann mit Bezug auf die Debatte über die sogenannte Mark-Variante nach einem Vorschlag des Mannheimer SPD-Bundestagsabgeordneten Lothar Mark.

Zusammen mit Ulrich Guldner und Dieter Goll steht Geil als Mitglied eines dreiköpfigen Sprecherteams zur Verfügung, das von der zu gründenden Bürgerinitiative zu wählen ist. Goll betont, es gehe nicht darum, eine Neubaustrecke zu verhindern. Auch stehe die Initiative in verantwortlicher Weise hinter den verkehrspolitischen Absichten des ICE-Regionalforums, den Mannheimer Hauptbahnhof nicht vom Schnellbahnnetz abzukoppeln.

Grundlage für die Positionsfindung der Bürgerinitiative sei der Beschluss der Lampertheimer Stadtverordnetenversammlung vom 20. Juni letzten Jahres. Demnach soll die neue Trasse so lange wie möglich entlang der A 67 geführt werden. Frühestens südlich der Kreuzung von L 3110 und A 67 solle die Trasse in südwestlicher Richtung abknicken. Diese Diagonale sei als bergmännischer Tunnel zu bauen. Einen gleich lautenden Beschluss hat auch der Kreistag gefasst. Teilweise hat diese Position auch Niederschlag im Zielkatalog des ICE-Regionalforums gefunden.

Schon zum 9. Februar, wenn in Frankfurt ein regionaler Projektbeirat tagt, der sich mit der Planung der ICE-Trasse, soll die Bürgerinitiative eine eigene Stellungnahme erarbeitet haben. urs/sm

BI konstitiuert sich im Januar

ICE-Trasse: Anfang 2009 wird ein Treffen einberufen

Lampertheim. In den Reihen der Lampertheimer Kommunalpolitiker war in den vergangenen Wochen immer wieder zu vernehmen gewesen, die Stadt müsse ihre Interessen im Zusammenhang mit dem Neubau der ICE-Trasse deutlicher artikulieren. Die Parlamentarier werden alsbald Gelegenheit haben, selbst dazu beizutragen.

Denn der Agenda 21-Arbeitskreis Naturschutz, Landwirtschaft und Ressourcen will Anfang Januar ein konstituierendes Treffen mit allen für die Thematik relevanten und betroffenen Interessengruppen organisieren. Der städtische Agenda-Beauftragte Michael Köthe koordiniert die Schritte, die sich seit den von Dekan Karl Hans Geil einberufenen Bürgerversammlungen abgezeichnet haben. Geil hatte einen gesellschaftlichen Beitrag der evangelischen Kirche darin gesehen, einer Bürgerinitiative den Weg zu bereiten, damit Lampertheim angesichts der widerstreitenden Interessen in der Metropolregion nicht von den Trassenplanungen der Bahn überfahren wird. Gemäß seines Auftrags ist der Agenda-Arbeitskreis vorrangig am Schutz von Mensch und Natur interessiert.

Er sieht sich freilich mit den wirtschaftlichen Interessen der Metropolregion an einer Koppelung des Mannheimer Hauptbahnhofs ans europäische Schnellbahnnetz konfrontiert. Inwieweit es der Bevölkerung des Kreises Bergstraße gelingen wird, dies bei der Trassenplanung in die Waagschale zu legen, vermag Köthe nicht zu sagen.

Sprecher gesucht

Bei dem geplanten Treffen Anfang 2009 soll auch ein Sprecher benannt werden. Auch in dieser Frage zeichnet sich für den Agenda-Beauftragten noch keine ideale Person ab. Klar sei allenfalls, dass der Sprecher über gute fachliche Kenntnisse im Zusammenhang mit der Trassenplanung verfügen müsse. urs

Südhessen Morgen
09. Dezember 2008

Wiedergutmachung an zerstörten Hecken
(s. auch Bericht "Geschredderte Natur" v. 17.08.08)

"So etwas soll nicht wieder vorkommen"

Hecken entlang der Bahn zum Umspannwerk sind fachgerecht nachgeschnitten/Agenda 21 überzeugt sich vor Ort

gg. LAMPERTHEIM Fachgerecht nachgearbeitet wurden jetzt die Hecken entlang der Bahn zum Umspannwerk in Rosengarten. Damit wurde der angerichtete Schaden am Bewuchs entlang der Bahntrasse, die vom RWE genutzt wird, so weit als möglich begrenzt.

Davon überzeugten sich Mitglieder der Agenda 21 gemeinsam mit Gunnar Götz vom RWE und Nils Bechtel von der Firma Falkenhahn, die mit den Arbeiten entlang den Schienen beauftragt war. "Wir hoffen, dass jetzt alles zur Zufriedenheit geregelt ist", meinte er, "sollten sie noch Wünsche haben, werden wir uns darum kümmern." Agenda-Sprecher Alfred Laut sagte, es sei positiv zu sehen, dass man hier versucht hat, den Fehler wieder gutzumachen. Es wurde fachgerecht nachgeschnitten und die zersplitterten Gehölzstümpfe weitestgehend beseitigt. Auch wenn nicht alle angerichteten Schäden zu beheben sind, sehen die Mitglieder der Agenda es positiv, dass ein Teil des Gehölzes wieder ausschlägt.

Manche Schäden werden von der Natur ausgebessert. Für Götz vom RWE ist es unverständlich, wie es zu der massiven Zerstörung der Gehölze kommen konnte. "Wir sind bei allen Rückschnittmaßnahmen stets bemüht, den Umweltschutz zu beachten. Umweltschutz und Arbeitssicherheit stehen bei uns ganz oben an", betonte er. "Was hier geschehen ist, ist nicht in unserem Sinne." Die Auftragsvergabe geschah von Dortmund aus, berichtete Götz. "So etwas soll nicht wieder vorkommen. Wir wollen den Naturschutz unterstützen. Es ist schlimm, was hier passiert ist. Das ist etwas, was wir unter allen Umständen vermeiden wollen. An Freileitungen geschieht der Rückschnitt auch mit Biotopmanagement", sagte Götz.

Kleinere Mängel, die Laut vorbrachte, werden von der ausführenden Firma, die ebenfalls nach besten Kräften um Schadensbegrenzung bemüht ist, noch beseitigt. Klar ist, dass an der Trasse ab und an Rückschnittmaßnahmen durchgeführt werden müssen. Allseitige Übereinstimmung herrschte bei der Begehung der Bahnlinie daher darüber, dass zukünftig schon im Vorfeld von Rückschnittmaßnahmen Kontakt zwischen RWE und den Mitgliedern der Agenda 21 aufgenommen werden soll, um Probleme zu vermeiden. Außerdem sagte Götz eine Spende für neue Heckenanpflanzungen zu.

17.09.2008/Lampertheimer Zeitung


Geschredderte Natur

Naturschutz: Trauriger Anblick an Alter Wormser Bahnlinie

Ärger über zerstörte Pflanzen


Lampertheim. Zersplitterte Äste, zerfräste Hecken und Grünabfälle - "an der Alten Wormser Bahnlinie in Lampertheim sieht es aus wie nach einem Bombeneinschlag", empört sich Alfred Laut, Sprecher des Agenda-21-Arbeitskreises Naturschutz. Tatsächlich bieten die Pflanzen - oder vielmehr das, was von ihnen noch übrig ist - einen trostlosen Anblick.

Eigentlich sollten diese an der privaten Bahnlinie des Unternehmens RWE zum ungehinderten Transport eines großen Transformators nur zurückgeschnitten werden. "Anstatt die Hecken ordentlich frei zu schneiden, haben die Arbeiter sie radikal geschreddert", ärgert sich Andrea Hartkorn, Erste Vorsitzende des Naturschutzbundes Lampertheim. Außerdem seien die Holzabfälle auf den Schienen und Feldwegen nicht entsorgt worden, obwohl die Arbeiten schon seit der ersten Juliwoche beendet sind. "An den spitzen Holzstücken können sich spielende Kinder wie auch Wildtiere schwer verletzten", sagt Alfred Laut. Betroffen seien auch die Vögel, die in den Sträuchern nisten. "Bis September ist normalerweise noch Nachbrutzeit."

Auch eine dreißig Jahre alte Hainbuche wurde zerstört

Auch die RWE ist mit dem Ergebnis des Baum- und Heckenbeschnitts alles andere als zufrieden. "Das ist nicht in unserem Sinne. Normalerweise legen wir großen Wert auf die Zusammenarbeit mit Umweltschutzvereinen", sagt Gunnar Götz, Leiter der Betriebsabteilung Hoheneck von RWE. Deswegen wird laut Götz die beauftragte Fremdfirma, die Holzabfälle spätestens binnen zehn Tagen beseitigen und die Bäume und Sträucher nachschneiden.

"Es muss schnell etwas unternommen werden", betont Laut. Sonst seien die Bäume, die er teilweise selbst vor 30 Jahren gepflanzt hat, nicht mehr zu retten. to

Südhessen Morgen
17. Juli 2008

Ist die Verlandung des "Welschen Lochs" erwünscht?


Zunehmender Weidenwuchs trägt zur Verbuschung und Verlandung des größten Flachwassersees Südhessen bei
siehe auch Bericht zum Welschen Loch


Statement des Agenda-21-Arbeitskreises Naturschutz zur Verlandungsproblematik am Flachwassersee Welsches Loch


Wir sind enttäuscht, was die Auslegung des Untersuchungsergebnisses zum Welschen Loch betrifft.
 
Im vorgestellten Berichts-Entwurf sind, was diesen Flachwassersee betrifft, einige Widersprüchlichkeiten enthalten.
Auf der einen Seite will man das ganz sich selbst überlassen, sprich die Verlandung in Kauf nehmen, auf der anderen Seite soll ein Monitoring sicherstellen, dass der Lebensraumtyp erhalten bleibt bzw. die Verlandung und Verbuschung verhindert wird.

In der Zwischenzeit verlandet und verbuscht das ganze, was es jetzt ja schon tut, man braucht sich das ganze nur mal vom Soldatenbrückchen aus anzuschauen und ins Welsche Loch blicken.

Dann noch was: Herr Ness meinte, wenn es dann doch verlandet, könnte das RP ja beschließen - sozusagen experimentell - durch Ausbaggern, mal wieder ein Areal als offene Wasserfläche herzustellen.

Das ist kompletter Unsinn: Denn das Naturschutzrecht verbietet es, eine Weichholzaue, die ja dann entstanden ist, zu vernichten. Eine Weichholzaue ist genauso schützenswert wie alle anderen Biotope im Naturschutzgebiet auch.

Lässt man eine Weichholzaue entstehen - solche gibt es im Biedensand schon - wird die offene Wasserfläche aber für alle Zeit verschwunden sein. Und solche wertvollen, offenen Wasserflächen, hat ja auch Herr Ness bestätigt, bzw. steht auch so im Bericht, verschwinden immer mehr in unserer Landschaft, da sie sich ja nicht mehr neu bilden können (durch Laufverlagerungen des Rheins infolge der Wasserstandsdynamik entstanden diese Gewässertypen immer wieder neu, seit Tulla-Rheinbegradigung aber nicht mehr - sie sind vom Rhein abgeschnitten worden und verlanden zusehends - alle Altrheinauen haben dieses Problem).

Es ist natürlich ein Kostenfaktor, und der ist - und das vermuten wir mal - dabei ausschlaggebend.

Übrigens ist das Forstamt auch unserer Meinung, sie sind aber nur ausführende Behörde und haben daher auch nur geringen Einfluss auf das Regierungspräsidium. Das RP genehmigte zudem nicht die Sedimentsuntersuchungen am W.L., was Struktur bzw. Mächtigkeit der Sedimentsschichten betrifft. Dann aber Aussagen darüber zu machen und Prognosen zu treffen, ist für uns Kaffeesatzleserei.

Andrea Hartkorn, Alfred Laut
Sprecher/in Agenda-21-Arbeitskreis Naturschutz, Landwirtschaft, Ressourcen

Statement wurde über die lokale Presse veröffentlicht >LZ v. 22.05.08


"Kosten für Tunnel gehen ins Uferlose"

Agenda-21-Arbeitskreis schreibt offenen Brief an Bahn-Chef
und den Verkehrsminister

Für die Bündelung der Trassen -
gegen weitere Durchschneidung des Waldes

Vom 23.04.2008

LAMPERTHEIM Die geplante ICE-Neubaustrecke beunruhigt seit Jahren die Lampertheimer Gemüter. Der Agenda-21-Arbeitskreis Naturschutz, Landwirtschaft, Ressourcen macht sich Sorgen wegen des labilen Ökosystems Riedwald und schickt daher Briefe an Bahn, Behörden und Politiker.  

Von Oliver Lohmann

Der offene Brief des Agenda-21-Arbeitskreises war schon länger geplant, jetzt geht er zu Händen von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn nach Berlin. Aber auch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee erhält Post aus Lampertheim, genauso wie der hessische Umweltminister Wilhelm Dietzel. Weiterhin erhalten das Regierungspräsidium Darmstadt, Landrat Matthias Wilkes, die Untere Naturschutzbehörde und der Magistrat der Stadt Lampertheim den Brief, in dem die Umweltschützer eine weitere Zerschneidung der Riedwälder ablehnen. Gefordert wird eine Bündelung der Verkehrswege - sprich, der ICE soll an den Autobahnen entlangfahren. "Energischer Widerstand" wird angekündigt, wenn die Neubaustrecke doch durch den Wald geplant wird.

Angeregt wurde die ICE-Strecke durch den Wald vom Mannheimer SPD-Bundestagsabgeordneten Lothar Mark. Vor wenigen Tagen stellte er allerdings klar, dass er nie eine oberirdische Streckenführung gefordert habe. Nötig sei vielmehr eine Tunnel- oder Überdeckelungslösung, Letzteres möglicherweise im Viernheimer Wald, in dem es Sanddünen gibt. Die Diagonalstrecke sei um 2,5 Kilometer kürzer als die an den Autobahnen entlang und benötige daher auch weniger Fläche. Auch Trinkwasserschutzgebiete würden dadurch nicht berührt. Sprich: Die Diagonalvariante sei ökologischer.

Das sieht Alfred Laut, einer der beiden Sprecher des Agenda-21-Arbeitskreises nicht so. Mit der Diagonalvariante werde ein geschlossenes Ökosystem, ein Vogelschutzgebiet zerstört. Auch bei einer Decke-lungslösung werde eine 100 Meter breite Schneise in den Wald geschlagen - ob auf einem ICE-Deckel Bäume wachsen, sei fraglich. Wasserschutzgebiet sei nicht betroffen, aber der Riedwald liefere Wasser bis über Frankfurt hinaus. Und das Grundwasser stehe zum Teil nur 2,20 Meter unter der Erde. Die Kosten für einen Tunnel gingen ins Uferlose, urteilt Laut im Gespräch mit der LAMPERTHEIMER ZEITUNG.

"Mark handelt nach dem Feuerwehrprinzip. Er will hier durch den Wald einschließlich Bruch gehen, um den Käfertaler Wald nicht antasten zu müssen. Es ist eine Unverschämtheit, dass ein Externer über unsere Gemarkung verfügt. Wir melden massivsten Widerstand an", sagt Alfred Laut. Der Naturschützer wünscht sich, dass Bahn-Boss Mehdorn wegen des Streits um die richtige ICE-Trasse auf einen Neubau verzichtet. Wenn ein weiteres Gleis für den Schnellzug nötig sei, könne man das doch neben die bestehenden Riedbahn-Gleise bauen. Oder aber einen Bahnhof in Mannheim-Friedrichsfeld bauen, damit der ICE dort hält.

Biedensand-Bäder

Kanada-Gänse sollen mit Angst- und Warngeschrei beschallt und vom Badesee vertrieben werden

Die Suche nach einer unblutigen Lösung

Von unserem Redaktionsmitglied Claudia Kölbl

Südhessen Morgen
19. März 2008

Ein striktes Fütterungsverbot soll dabei helfen, die Kanada-Gänse vom Badesee der Biedensandbäder zu vertreiben.
Bild: Nix

Lampertheim. Ulrich Vonderheid, Geschäftsführer der Biedensandbäder, ist zuversichtlich: In diesem Jahr soll es gelingen, die Kanada-Gänse vom Badesee zu vertreiben. Es ist geplant, das Federvieh per Lautsprecher mit Warn- und Angstgeschrei ihrer Artgenossen zu beschallen und sie so vom Badesee fernzuhalten. Dies teilte Vonderheid gestern gemeinsam mit Vertretern aus dem Naturschutz und der Unteren Jadgbehörde mit. "Wir wollen nach wie vor eine unblutige Lösung", stellte der Bäder-Chef dabei klar.

Rückblick: Im vergangenen Sommer belagerten bis zu 100 Kanada-Gänse den Badesee in der Freizeitanlage und störten den Badebetrieb. Auch in diesem Jahr gehen die Experten davon aus, dass die Gänse den Badesee wieder anfliegen. Die Vögel hinterlassen während ihres Aufenthalts in den Biedensand-Bädern allerdings Kot im Wasser und am Seeufer. Für Kinder kann der Badespaß hierdurch leicht zu einem Gesundheitsrisiko werden. Und auch erwachsene Badegäste fühlen sich durch die zahlreichen Kanada-Gänse gestört.

Coli-Bakterien im See

"Wir haben im vergangenen Jahr bereits Coli-Bakterien im See feststellen können", erklärte Vonderheid. Die Verschmutzung sei nicht dramatisch, aber messbar gewesen. Alle Versuche, die Tiere vom See zu vertreiben, scheiterten.

Eine Woche lang waren Naturschützer vor Badebeginn mit einem Jagdhund am See, der die Vögel verscheuchen sollte. Von diesen fehlte aber um diese Uhrzeit noch jede Spur. "Die Kanada-Gans ist eben kein Frühaufsteher", erklärte der Geschäftsführer. Diese Vegrämungsaktion blieb somit erfolglos. Trotz Schonzeit erteilte die Untere Jagdbehörde im vergangenen Herbst sogar die Erlaubnis, drei Gänse aus jeweils einem Familienverband zu erlegen, um das Federvieh vom Badesee zu vertreiben. Gar nicht so einfach, denn die Auflage der Jagdbehörde besagt: Die Gänse dürfen nur geschossen werden, wenn sie im Schwarm auftauchen. Im September aber kam dies kaum mehr vor.

Jetzt hofft der Bäder-Chef auf eine CD mit Angst- und Warnlauten von Kanada-Gänsen. Alfred Laut, Vertreter der Agenda 21-Gruppe, organisierte diese Tonaufnahme über private Kontakte in Kanada. Gerade auf Flughäfen sei es dort schwierig, die Tiere vom Flugfeld fernzuhalten, erläuterte Laut. Hier habe man mit der Beschallung der Tiere gute Erfolge erzielt. Rund um den See wird daher in diesem Jahr eine Beschallungsanlage aufgestellt. Über Lautsprecher sollen die Kanada-Gänse mit den Vogelgeräuschen verschreckt werden. Vonderheid hofft hierbei auf das Verständnis der Badegäste, obgleich die Anlage auch nicht ständig in Betrieb sein wird. Laut schlägt daher vor, die Beschallung über Lautsprecher anzukündigen.

Dennoch: Die Beschallung alleine wird nicht ausreichen, um die Tiere vom See fernzuhalten. Da sind sich Naturschützer und Vertreter der Unteren Jagdbehörde einig. "Daher gilt in diesem Jahr zudem ein striktes Fütterungsverbot", betonte Vonderheid. Gästen, die gegen diese Auflage verstoßen, droht ein Platzverweis und sogar ein Hausverbot. Zusätzliche Schilder sollen die Besucher hierüber informieren. "Die Vögel suchen die Nähe der Menschen", erklärt Kreisvogelschutzbeauftragter Stephan Schäfer. Daher sei es wichtig, dass die Tiere nicht von den Besuchern gefüttert würden.

"Eine weitere Maßnahme, die wir im Köcher haben, ist die pyrotechnische Abwehr", berichtete Vonderheid. Bei Bedarf sollen die Vögel durch einen Schreckschuss vertrieben werden. Hierzu ist die Erlaubnis der Unteren Jagbehörde nötig, die Jagdpächter Willi Laut bereits beantragt hat. "Für die Besucher muss der Schreckschuss absolut ungefährlich sein", sagte Alexandra Kleiné von der Unteren Jagdbehörde. Der Schreckschuss dürfe daher nicht während des Badebetriebs abgegeben werden. Auch in diesem Jahr will man zudem versuchen, die Tiere mit einem Jagdhund zu verscheuchen, um den Badesee für die Kanada-Gans unattraktiv zu gestalten.

"Und wenn alles nichts hilft, müssen wir die Natur eben so akzeptieren, wie sie ist", fasste es Vonderheid schließlich zusammen. Eine Möglichkeit wäre es dann noch, Flatterbänder in einem Teil des Badesees aufzuspannen, um die Kanada-Gans am Anfliegen zu hindern. "Das sieht leider nicht so schön aus, könnte aber durchaus effektvoll sein."

"Über Umweltschutz nicht nur reden"

Schüler des Lessing-Gymnasiums schaffen bei Rosengarten neue Nistmöglichkeiten für Vögel


Südhessen Morgen
26. Oktober 2007/Jürgen Klotz

Hacken, schaufeln und pflanzen: Die Jungen und Mädchen der Klasse 6f des Lampertheimer Lessing-Gymnasiums waren bei der Baumpflanzaktion des Agenda-21-Arbeitskreises mit dabei. Bild: jkl

Lampertheim/Rosengarten.
Ein Herz für den Umweltschutz bewiesen gestern zahlreiche Kinder aus Lampertheim. Der Arbeitskreis Naturschutz, Landwirtschaft und Ressourcen der Umweltschutzinitiative Agenda 21 führte gestern zusammen mit Schülern des hiesigen Lessing-Gymnasiums eine Baumpflanzaktion durch. Diese fand statt auf dem so genannten Bürgerfeld, einer zwischen Lampertheim und Rosengarten gelegenen Feldregion entlang der alten Wormser Bahnlinie.

Angeführt von ihrer Lehrerin Gabriele Waldkircher, trat dort die Klasse 6f an, um 50 Bäumchen zu pflanzen. Es handelte sich hierbei um den Weißdorn und die so genannte Schlehe, im Volksmund auch Schwarzdorn genannt. Bedingt durch ihr dichtes Dorngestrüpp, bieten diese Pflanzen Vögeln optimale Nistmöglichkeiten. Zweck dieser Aktion war es, in diesem von der Agrarwirtschaft intensiv genutzten Gebiet ein Rückzugsgebiet für die gefiederten Freunde zu schaffen.

"Wir wollen nicht nur über Umweltschutz reden, sondern ihn auch leisten", sagt Alfred Laut, Vertreter der Jägerschaft innerhalb der Agenda 21 und deren Sprecher. Gerade diese Region sei ein von Vögeln extrem frequentiertes Gebiet. Die Ausbreitung der Menschen, die Versiegelung der Böden und die rigorose Nutzung der Agrarflächen drängten diese immer weiter zurück und bedeuteten eine Vernichtung wichtiger ökologischer Nischen für die Tierwelt. Darüber hinaus, so Laut, sei ein angemessener Baumbestand der beste Schutz vor Erosion.

Die Pflanzaktion fand bereits zum vierten Mal statt. Geknüpft wurde der Kontakt zwischen Schule und den Umweltschützern von Gabriele Waldkircher. Diese ist Mitglied bei Agenda 21. Überhaupt betonte Laut, dass diese Vereinigung nicht nur ein Sammelbecken von Aktivisten anderer Naturschutzorganisationen wie dem BUND, der NABU oder auch der Angler- und der Jägerschaft sei. "Bei uns ist jeder willkommen, dem die Natur am Herzen liegt", sagt er. Im Fokus der überparteilichen Umweltschützer sind Aktionen, die auf Prävention und Schadensbegrenzung aus sind. Der Eingriff des Menschen in die Natur, so der Kanon, sei so groß, dass man dieser helfen müsse.

Seit 2000 existiert die Agenda 21 in Lampertheim. "Wir legen bei den Kommunen schon mal den Finger in offene Wunden", so Laut, der aber anfügt, dass man sich der Sache zuliebe letzten Endes immer um einen Schulterschluss mit den offiziellen Vertretern bemühe. Bei dieser Sache geht es natürlich nicht nur um den unmittelbaren Umweltschutz. Gerade bei der Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen hofft man, bei diesen frühzeitig ein Bewusstsein für Belange von Natur und Naturschutz zu schaffen.

Dass man bei den Schülerinnen und Schülern der 6f damit auf einem guten Weg ist, war leicht zu erkennen. Mit großem Eifer wurde gehackt, geschaufelt und gepflanzt. Und es wird nicht mehr lange dauern, dann können die Vögel der Region die neuen Nistmöglichkeiten in Beschlag nehmen und so zum Erhalt ihrer Art in unserer Region beitragen.

Was bedeutet Agenda 21?

Erde aus dem Weltall aufgenommen


Die Agenda 21 ist ein entwicklungs- und umweltpolitisches Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert, ein Leitpapier zur nachhaltigen Entwicklung, beschlossen von 179 Staaten auf der „Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen“ (UNCED) in Rio de Janeiro (1992).
Programm nachlesbar >Agenda 21 UNO-Server

An dieser Konferenz nahmen neben Regierungsvertretern auch viele nichtstaatliche Organisationen teil. Nachhaltige Entwicklung – und damit die Agenda 21 – ist vielerorts zur Leitlinie öffentlichen Handelns geworden.

Sind nur Naturschützer gefragt?

Die Agenda 21 widmet sich zwar auch dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, wie etwa dem Schutz der Erdatmosphäre, der Meere und der biologischen Vielfalt, jedoch ebenso der Bekämpfung von Armut und Bevölkerungsexplosion, dem Gesundheitsschutz und der Siedlungsentwicklung.

Es geht darum, die Verbesserung der sozialen und ökonomischen Lebensbedingungen - vor allem in den armen und ärmsten Ländern der Welt - mit der langfristigen Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen in Einklang zu bringen.

Ökonomie, Ökologie und soziale Gerechtigkeit stehen also gleichberechtigt nebeneinander.

Was wird lokal gemacht?


Gemäß dem Motto "Global denken - lokal handeln" werden die Kommunen aufgefordert, ihre eigene Agenda 21, also ein eigenes Aktionsprogramm, zu erarbeiten und darin konkrete, auf ihre Situation passende Schritte zur Nachhaltigkeit zu entwickeln - und zwar unter Beteiligung der BürgerInnen und aller gesellschaftlichen Gruppen.

Die Agenda 21 ist eine unabhängige, nicht als Verein organisierte, sondern freie bürgerschaftliche Bewegung, die auf dem Engagement aller Beteiligten beruht. Sie betätigt sich als Ideen- und Impulsgeber u. a. für die Bürgerschaft, den Stadtrat, die Stadtverwaltung und den Bürgermeister und arbeitet mit allen interessierten Parteien offen zusammen.

Die Agenda 21 in Lampertheim entstand im Jahr 2000 und knüpft an die Bewegung für Nachhaltiges Wirtschaften an, die auf dem Gipfeltreffen von Rio de Janeiro 1992 ins Leben gerufen wurde.

Die Agenda 21 ist in Lampertheim in zwei Arbeitskreise organisiert, die von einem bzw. zwei Sprecher (Arbeitskreisleiter) in großer Unabhängigkeit geleitet werden. Jeder Arbeitskreis betreut eigene Projekte.

Unterschiedliche lokale Bedingungen verlangen unterschiedliche Konzepte.
Deshalb betont die Agenda 21 in Kapitel 28 ("Initiativen der Kommunen zur Unterstützung der Agenda 21") die Verantwortung der Kommunen für die konkrete Umsetzung ihrer Ziele.

In Lampertheim existieren zwei Agenda 21-Arbeitskreise.

Der AK Naturschutz, Landwirtschaft und Ressourcen beschäftigt sich mit den Belangen des Natur- und Landschaftsschutzes in Lampertheim. Darin sind auch einige Mitglieder der Lampertheimer NABU-Ortsgruppe vertreten.

Der AK Gesellschaft und soziale Gruppen setzt seinen Schwerpunkt auf Förderung der Familie/Jugend in Lampertheim.

Der dritte AK Stadtentwicklung löste sich auf und brachte seine Anliegen und Themen in das Projekt "Stadtentwicklungskonzept 2015" ein.


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Agenda 21-Arbeitskreis
Naturschutz, Landwirtschaft und Ressourcen

in Lampertheim

Wir stellen uns vor

Unser Arbeitskreis hat seinen Schwerpunkt im Einsatz für die Belange des Natur- und Landschaftsschutzes in Lampertheim.

Unsere Gruppe besteht aus Vertretern von Vereinen, Naturschutzverbänden (NABU, BUND), Forstamt, Hegegemeinschaft Südhess. Ried, Landwirtschaft, LehrerInnen, interessierten Bürger/innen und dem Agenda-Beauftragten der Stadt Lampertheim.

Bei den verschiedenen Anliegen und Projekten arbeiten wir mit Politik, Stadtverwaltung und Behörden zusammen. Dabei mischen wir uns auch in unangenehme Dinge und fordern dort unsere Stimme für den Natur- und Landschaftsschutz.

Zweimal im Jahr findet eine Lenkungsgruppensitzung statt, bei der die Vertreter der einzelnen Fraktionen, Bürgermeister, Agenda-Beauftragter und die Agenda-21-Arbeitskreissprecher/innen sich austauschen. Projekte und Vorhaben der Arbeitskreise werden darin vorgestellt.
Durch dieses Vorgehen sind auch Projekte realisierbar, die ohne die Zustimmung und Finanzierung des Gemeinderats nicht durchgeführt werden können. Es gibt aber auch Projekte in eigener Regie der Agenda 21, bei denen keine öffentliche Finanzierung erforderlich ist.


Die Sprecher/in des Arbeitskreises sind Andrea Hartkorn (NABU Lampertheim) und Volker Harres (Forstamt Lampertheim). <Kontakt>


Unser Leitbild lautet:


"Nachhaltiger Schutz und Verbesserung der Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen sowie Schutz der Ressourcen Luft, Wasser, Boden"


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> Archiv - Pflanzaktionen mit Schulklassen...


Pflanzaktion in der Bonaue



 

 





 

 

 


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